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Medizin

Blickkontakt

04.05.2007 09:57:13
Medizin Sicht und Sehvermögen haben einen unmittelbaren Einfluss auf unseren Gleichgewichtssinn, unsere Koordination und unsere Bewegung. Wir fühlen uns unsicher, wenn hier etwas nicht stimmt.
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Dr.Johann Roider ist selbst Brillenträger und kennt sich mit "Bergsteigeraugen" aus.
Dr. Johann Roider ist Direktor der Klinik für Augenheilkunde in Kiel, er erklärt, warum das so ist: "Ein Zusammenspiel des Gleichgewichtsorgans, der Stellrezeptoren in der Haut, der Gelenke und des Sehens ermöglichen Koordination und Gleichgewicht. Fällt einer dieser Rezeptoren aus, kommen wir ins Straucheln."Ab dem 40sten Lebensjahr muss jeder damit rechnen, dass seine Sehkraft altersbedingt nachlässt. Sehschwächen können auch angeboren sein.

Augenschutz

Auch äußere Einflüsse gefährden unsere Sehkraft. Durch die zunehmende Umweltbelastung nimmt die schützende Ozonschicht ab. Schädliche UV-BStrahlung dringt verstärkt bis zur Erde durch und trifft ins ungeschützte Auge. Und je höher die Gipfel, desto weniger schützende Atmosphäre liegt dazwischen.

Bindehautentzündungen, Linsentrübungen oder Netzhautschäden sind die Folge, schmerzlose Schäden, die oft erst Jahre später erkannt werden. Dr. Roider ist selbst Alpinist und weiß, worauf es bei einer guten Sonnenbrille ankommt: "Sie muss die Lichtintensität und damit auch die Blendwirkung reduzieren. Außerdem dürfen toxische Anteile des Lichts (der UV- und der Blau-Anteil) nicht auf die Netzhaut gelangen.

Aus diesen Gründen sollten bei allen Sonnenbrillen Blau-Blocker vorhanden sein. Generell schlecht sind allerdings Sonnenbrillen, die Blau erscheinen. Blaue Sonnenbrillen bewirken genau das Gegenteil, so dass ein schädlicher Wirkungsmechanismus auf der Netzhaut stattfinden kann. Bei nebligen Verhältnissen sind orange getönte Gläser mit Kantenschutzfilter sinnvoll, um den Kontrast zu erhöhen."

Wichtige Begriffe zum Auge
Die Brille für den alpinen Gebrauch schließt mit den Augenbrauen ab und schützt durch ein breitgezogenes Glas das gesamte Sichtfeld, vor Wind, Fahrtwind, Graupel, Staub und Strahlung. Trotzdem sollte eine ausreichende Belüftung erfolgen, die Gläser müssen weit genug von den Wimpern entfernt sein und weder Brillenbügel noch eingeklebte optische Gläser dürfen das Sichtfeld einschränken oder verzerren. Achten Sie beim Kauf auf das CE-Zeichen.

Sehhilfe - Brillen und Kontaktlinsen

Ob eine Brille oder Kontaktlinsen für den Bergsteiger besser sind, darüber scheiden sich die Geister. Sicherlich ist es so am sinnvollsten, wie man es gewohnt ist, wenn man sich bewusst ist, dass beide Sehhilfen Probleme bereiten können.

Wer in den Bergen ohne Sonnen-oder Gletscherbrille unterwegs ist, riskiert schwerste Augenschäden.
Beschlagene oder nasse Brillen beeinträchtigen die Sicht erheblich und können nicht in jeder Situation geputzt werden. Metallgestelle leiten die Kälte und können bei Hautkontakt zu Erfrierungen führen. Ob Zweistärken- oder Gleitsichtbrille hängt von der Aktivität ab.

Roider empfiehlt: "Ab 45 Jahren ist bei normalsichtigen Personen in der Regel eine Lesebrille notwendig. Diese benötigt man für den Nahbereich, der typischerweise bei Bergsportlern nicht für die Ausübung des Sports von Belang ist. Generell sind beim Klettern Kontaktlinsen eher zu bevorzugen, da beispielsweise durch Seilzug die Brille von der Nase fallen kann.

Für den normalen Wanderer oder Bergsportler sind sowohl Zweistärkenbrillen als auch Gleitsichtbrillen gut verwendbar." Das Handling von Kontaktlinsen kann mit kalten Fingern oder dicken Handschuhen schwierig sein. Durch die trockene Luft in der Höhe kann sich die Tränenflüssigkeit reduzieren und die Hornhaut austrocknen, das Tragen der Linsen wird unangenehm.

Wichtige Begriffe zum Auge
Eingefrorene Reinigungsflüssigkeit wird ebenso zum Problem wie unsauberes Wasser. Roider warnt: "Speziell auf den Hütten kann es sein, dass die Qualität des Wassers nicht den üblichen Ansprüchen genügt. Hier könnten über den Reinigungsvorgang ungewollt Keime über die Kontaktlinse auf das Auge kommen, die zu schwersten Hornhautveränderungen führen können."

Lasern

Angesichts dieser Umstände stellt sich für viele fehlsichtige Sportler die Frage, ob eine Korrektur durch Laser sinnvoll ist. Erfolgversprechend ist der Eingriff für Patienten mit Kurzsichtigkeit bis -10 und Weitsichtigkeit bis +6 Dioptrien.

Behandelt werden auch Grauer und Grüner Star. Komplikationen kann es in extremen Höhen geben. Ein Abstieg in geringere Höhen und Augentropfen können in solchen Situationen sinnvoll sein. Bei gelaserten Patienten sind bei Gegenlichtsituationen Blendungen beschrieben, die bei problematischen Wegverhältnissen zu Schwierigkeiten führen können."

Fazit: Gute Sicht ist der beste Unfallschutz.

Text: Silke Meusel

Aus ALPIN 01/2007
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