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Medizin

Sie läuft und läuft...

29.01.2008 11:00:34
Riechkolben, Zinken, Rüssel, Gesichtserker - für unsere Nase gibt es zig verschiedene Umschreibungen - nicht immer sind es die nettesten. Noch zahlreicher sind ihre Formen: Hakennase, Stupsnase, Himmelfahrtsnase ... so unterschiedlich sie auch aussehen mögen, ihnen allen kommt eine herausragende Rolle zu: Unser Riechorgan ist eine wichtige Pforte zwischen Außenwelt und Organismus.
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Auch einen leichten Schnupfen sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen.
Die Nase ermöglicht uns zu atmen, zu riechen, zu schmecken und gibt unserer Stimme einen Resonanzraum. Ist sie verstopft, ist das nicht nur lästig, es schränkt unsere Sinneswahrnehmung und unsere Leistungsfähigkeit extrem ein.

Grund genug, seinen Riechkolben zu pflegen, dann haben Viren und Bakterien, Sonne und Kälte kaum eine Chance. Zunächst ein kurzer Exkurs in die Anatomie:

Die Nase gehört mit ihren Nebenhöhlen und dem Rachen zu den oberen Atemwegen (Respirationstrakt). Durch den Kehldeckel sind sie von den unteren Atemwegen - Kehlkopf, Luftröhre, Bronchien und Lunge - getrennt. Zusammen bilden sie unser Atmungssystem.

Atmen wir durch die Nase, strömt Luft durch die Nasenlöcher ein. Nasenhaare und Flimmerhärchen versuchen alles festzuhalten, was nicht gasförmig ist.

Die Schleimhaut feuchtet die Luft an und mikroskopisch kleine Blutgefäße erwärmen sie. Die auf zirka 30 Grad erwärmte Luft strömt dann durch den Rachen und die Luftröhre in die Lungen.

Die große Nasenhaupthöhle ist durch dünne Kanäle mit den Kiefernhöhlen, Keilbeinhöhlen, Siebbeinhöhlen und Stirnhöhlen verbunden. Sie werden unter dem Begriff "Nasennebenhöhlen" zusammengefasst und sind mit einer Schleimhaut ausgekleidet.
So schützen Sie ihr Nase
Diese Schleimhäute sorgen im Team mit den Flimmerhärchen dafür, dass Eindringlinge ruck, zuck wieder rausgeschmissen werden. Bakterien und Viren werden gut in Schleim verpackt runtergeschluckt - die Magensäure erledigt den Rest.

Ein geschwächtes Immunsystem, kalte Luft draußen und trockene Heizungsluft drinnen reduzieren die Abwehr der Schleimhaut. Eindringlinge haben dann leichtes Spiel:

Wo ist was? Die Nasennebenhöhlen.
Schnupfen oder sogar eine Nasennebenhöhlenentzündung sind die Folge. Im Durchschnitt leidet jeder Deutsche bis zu sechs mal jährlich an einem Schnupfen, der so genannten Rhinitis. Bei zirka fünf Millionen entwickelt sich aus dem einfachen Schnupfen eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) - eine echte Volkskrankheit!

Im Gegensatz zum normalen Schnupfen, setzt sich eine Sinusitis für Wochen fest. Typische Symptome: Schnupfen mit geröteter und geschwollener Schleimhaut, zunächst wässriger, später zähflüssiger Ausfluss, Niesen, belegte Stimme, kratzender Hals, erschwerte Atmung, dann kommt ein Druckgefühl im Bereich der Wangenknochen oder über den Augen hinzu.

Bei einer akuten Sinusitis sind meist die Kiefer- und Stirnhöhlen betroffen. Das Sekret kann nicht mehr abfließen, da die geschwollene Schleimhaut die engen Verbindungskanäle zur Nasenhaupthöhle verstopft. Ursache für eine verstopfte Nase sind Viren oder Bakterien, je nachdem wer der Übeltäter ist, fällt die Erkrankung entsprechend schwer aus und ist auch ganz unterschiedlich zu behandeln.
Die Sinusitis und ihre Symptome
Daher ist es wichtig, bei einer Sinusitis zum Arzt zu gehen. Er kann dann abklären, ob ein Antibiotikum sinnvoll ist, denn gegen Viren haben Antibiotika keine Chance. Unabhängig davon ist es wichtig, dass die Nasenschleimhäute abschwellen.

Joggen sollte bei einer Nasennebenhöhlenentzündung auf jeden Fall vermieden werden.
Nur dann wird die Nase wieder belüftet, das Sekret kann abfließen. Neben den herkömmlichen Nasensprays gibt es noch andere hilfreiche Maßnahmen: Inhalation, Nasenspülung, Rotlichtbestrahlung oder auch scharfes Essen machen die Nase frei.

Auch eine osteopathische Behandlung kann helfen. Durch eine Mobilisierung der knöchernen Gesichtsstruktur wird die Durchblutung gefördert und lässt das Sekret abfließen.

Genere ll gilt: Nehmen Sie den banalen Schnupfen nicht auf die leichte Schulter. Kurieren Sie ihn aus, dann ist die Gefahr einer Sinusitis geringer. Erwischt es Sie doch, dürfen Sie auf keinen Fall Sport treiben.

Gefährlich wird es, wenn die Antibiotika die Symptome abschwächen und Sie sich besser fühlen. So lange Sie Antibiotika nehmen, gilt ein absolutes Sport-Tabu. Herzmuskelschwäche könnte die Folge sein und das ist lebensgefährlich!

Eine ver schleppte Nasennebenhöhlenentzündung kann zu Fieber oder Sehstörungen führen. Es kann sich eine Mittelohrentzündung oder sogar eine Hirnhautentzündung daraus entwickeln. Wer ständig unter Nasennebenhöhlenentzündungen leidet, sollte unbedingt beim Arzt abklären lassen, ob nicht etwas Ernsteres dahinter steckt:
So schützen Sie ihr Nase
Nasen-Polypen sind sehr häufig, aber auch Pilzinfektionen (z.B. durch mit Aspergillus belastete Raumluft) oder Tumore können eine Ursache sein. Doch nicht nur der Angriff von innen macht unserer Nase zu schaffen.

Bei Bergsportlern ist sie sicherlich eines der am häufigsten betroffenen Organe - so schnell wie sie bei Minustemperaturen erfriert, so schnell verbrennt sie in der Sonne. Eine dicke Cremeschicht kann sie schützen. Und so kann sie auch weiterhin ihre herausragende Rolle ansehnlich vertreten.

Text: Silke Meusel

Aus ALPIN 02/08
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