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sinken die Überlebenschancen des Betreffenden ohne Herz-Druck-Massage jede Minute um zehn Prozent“, erklärt der Notfallmediziner und Allgemeinarzt Dr. Friedel Rohr aus Framersheim.
Da zählt jede Minute, damit ist klar: Besonders auf Wanderungen oder Ausflügen ins Gebirge, wo es oft länger als die sonst üblichen zehn Minuten dauert, bis professionelle Hilfe eintrifft, liegt das Schicksal der Betroffenen – im wörtlichen Sinn – in den Händen ihrer Begleiter.
„Ursache für einen Herzstillstand kann eine körperliche Überlastung mit nachfolgendem Herzinfarkt sein“, erklärt Rohr. Schmerzen hinter dem Brustbein, die in den linken Arm oder die linke Schulter ausstrahlen, weisen auf einen Herzinfarkt hin. Eine Chance zu überleben haben die Betreffenden nur, wenn sofort Hilfe einsetzt.
Bewusstlosigkeit
Die gesamte Muskulatur erschlafft bei bewusstlosen Menschen. Auch die Reflexe setzen aus. Fällt die Zunge zurück und verlegt die Atemwege, erstickt der Mensch. Das Gleiche passiert, wenn Erbrochenes oder Blut die Atemwege blockiert.
›Sprechen Sie den Menschen laut an. Schütteln Sie ihn kräftig an der Schulter. Zeigt er keine Reaktion, können Sie sicher sein, dass er bewusstlos ist.
›Verlieren Sie keine Zeit mit der Suche nach dem Puls. Seit Anfang 2008 empfehlen die Reanimations-Leitlinien, diesen Schritt wegzulassen. In Notfallsituationen ist es für Ungeübte fast unmöglich, den Puls korrekt und schnell zu finden.
›Hören, sehen, fühlen - so überprüfen Sie die Atmung: Nähern Sie Ihre Wange den Lippen der bewusstlosen Person. Hören oder fühlen Sie die Atmung? Hebt und senkt sich der Brustkorb? Zur Sicherheit legen Sie eine Hand auf den Brustkorb, die andere Hand auf die Bauchdecke.
›Atmet die Person, bringen Sie den Bewusstlosen in die stabile Seitenlage. Das geht so: Der Patient liegt auf dem Rücken. Das entferntere Bein winkeln Sie an, das Ihnen nähere Bein bleibt ausgestreckt. Legen Sie Ihre linke Hand auf das Becken der bewusstlosen Person, die rechte Hand legen Sie an die entfernte Schulter.
›Kippen Sie den Kopf des Bewusstlosen leicht nach hinten. So bleiben die Atemwege geöffnet. Um die Position zu halten, schieben Sie die Hand der Person unter deren Wange.
Kontrollieren Sie regelmäßig die Atmung! Bewusstlose, die nicht atmen, müssen wiederbelebt werden.
Herz-Lungen-Wiederbelebung
Zeichen eines Herzstillstands sind Bewusstlosigkeit und fehlende Atmung. Jetzt müssen Sie schnell handeln, denn die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn ist unterbrochen.
Schon nach wenigen Minuten sterben die ersten Gehirnzellen ab. Je früher die Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen, desto besser sind die Erfolgsaussichten.
Legen Sie die Person flach auf den Rücken. Überstrecken Sie den Kopf und heben Sie das Kinn an – so machen Sie die Atemwege des Betroffenen frei. › Überprüfen Sie nochmals, ob Sie Lebenszeichen oder eine Atmung feststellen. Falls nicht, beginnen Sie mit der Wiederbelebung.
› Den Ballen einer Hand legen Sie der Person mittig flach auf die Brust. Um kräftig drücken zu können, legen Sie den zweiten Handballen auf den ersten. › Beginnen Sie nun zu drücken – mit ausgestreckten Armen und geradem Rücken.
Drücken Sie rasch den Brustkorb vier bis fünf Zentimeter ein (mit einer Frequenz von ca. 100 Kompressionen pro Minute) und entlasten Sie ihn nach jeder Aktion vollständig. Achten Sie darauf, dass sich Ihre Hände nicht vom Brustkorb lösen.
› Nach 30 Kompressionen müssen Sie beatmen. Überstrecken Sie den Kopf erneut, um die Atemwege freizumachen. Wichtig ist, normal einzuatmen, um gleichmäßig Luft in Mund oder Nase des Betroffenen blasen zu können:
› Mund-zu-Mund: Legen Sie eine Hand auf die Stirn des Kranken. Mit Daumen und Zeigefinger dieser Hand verschließen Sie dessen Nase. Legen Sie Ihren Mund auf den des Bewusstlosen. Langsam ausatmen.
› Mund-zu-Nase: Mit einer Hand drücken Sie gegen das Kinn und schließen gleichzeitig mit dem Daumen den Mund der bewusstlosen Person. Legen Sie Ihren Mund auf die Nase und atmen Sie gleichmäßig aus.
› Nach zwei Atemspenden müssen Sie wieder 30 Mal den Brustkorb komprimieren. Nehmen Sie dazu die Ausgangshaltung mit den übereinander liegenden Handballen, gestreckten Armen und geradem Rücken ein. Nach den 30 Kompressionen folgen wieder zwei Atemspenden.
› Diesen Rhythmus - 30 Kompressionen zu zwei Atemspenden - halten Sie so lange durch, bis Rettungskräfte eintreffen oder die Person wieder selbstständig atmet.
Die Zwei-Helfer-Methode
Können mehrere Personen Hilfe leisten, werden die Aufgaben verteilt: Einer drückt den Brustkorb ein und hält inne, wenn der andere Helfer die zwei Atemspenden gibt. Um einer Ermüdung vorzubeugen, sollten nach jeweils fünf Zyklen Kompression und Beatmung gewechselt werden.
Ein-Helfer- und Zwei-Helfer- Methode unterscheiden sich nicht mehr in Bezug auf die Frequenz Herzmassage - Beatmung. Der 30:2-Rhythmus gilt für beide - genau wie für Kinder und Jugendliche.
Aus ALPIN 05/10
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