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"Im Gegensatz zu Zivilisationskrankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck, die ständig zunehmen, ist die Quote seit 50 Jahren konstant", stellt Bucher fest.
Ein Grund mehr, Wetterfühlige, wie Mediziner diese Menschen bezeichnen, ernst zu nehmen und die Beschwerden nicht als Einbildung abzustempeln. Am ausgeprägtesten sind die Symptome im Frühling und Herbst.
Der Grund: In diesen Jahreszeiten sind Wetterwechsel häufig und oftmals extremer als während des übrigen Jahres. "Ausschlaggebend sind nicht nur Temperaturwechsel", erklärt Bucher. "Auch Schwankungen der Luftfeuchtigkeit oder des Luftdrucks beeinflussen das Wohlbefinden."
Das Phänomen Föhn
Aus den Beobachtungs- und Messdaten der letzten Jahrzehnte haben sich Übergänge von Hoch- zu Tiefdruckgebieten, von Tief- zu Hochdruck wie auch länger anhaltende Tiefdruckgebiete als besonders belastend erwiesen.
"Gerade in den Übergangsmonaten sind solche Wettersituationen für die Westwindzone, in der Deutschland liegt, nicht selten", sagt Medizinmeteorologe Bucher. Besonders berüchtigt ist der Föhn im Süden Deutschlands.
Welche Informationen geben Biowetterberichte?
Der Garant für schönes Wetter und klare Sicht macht vielen Menschen das Leben zur Tortur. Die massive Südströmung bringt warme, trockene Luft über die Alpen. "Gerade im Grenzbereich zwischen der kalten Luft im Tal und der wärmeren Luft in der Höhe treten Luftdruck-Schwankungen auf. Diese sind vermutlich für die Befindlichkeitsstörungen verantwortlich."
Der Beweis steht zwar noch aus, aber es ist eine Tatsache, dass Unwohlsein, Kopfschmerzen, Migräneanfälle an Föhntagen besonders häufig auftreten.
Die Anpassungsfähigkeit trainieren
Da sich das Wetter nicht ändern lässt, gilt es die Fähigkeit des Körpers zu stärken, sich auf das Wetter einzustellen."Die Anpassungsfähigkeit lässt sich gut trainieren", stellt Bucher fest.
Das gelingt, indem man sich bewusst Witterungsreizen aussetzt. Der tägliche Spaziergang sollte also nicht entfallen, wenn es mal kräftig bläst oder regnet. "Regelmäßige Bewegung im Freien ist ideal", sagt der Medizinmeteorologe, "auch bei schlechtem Wetter!"
Von Vorteil sind zudem Ausdauersportarten wie Radfahren oder Schwimmen, da sie die Leistungsfähigkeit des gesamten Herz-Kreislauf- Systems verbessern. Saunagänge, Wechselduschen, Kneipp'sche Wasseranwendungen stellen Kalt-Warm-Reize dar.
Sie trainieren wirksam das Gefäßsystem. Der Körper lernt aufs Neue, mit Temperaturschwankungen richtig umzugehen, und die Chancen, bald der 50-Prozent-Fraktion der Nicht- Wetterfühligen anzugehören, steigen.
Text: Dr. Ralph Müller-Gesser
Aus ALPIN 03/09
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