- Anzeige -
Abhängig von der Aufstiegsgeschwindigkeit kann daher der Aufenthalt in Höhen über 2500 Meter mit Beschwerden einhergehen: Kopfschmerz, Schwindel, Benommenheit und Übelkeit gelten als Symptome der Höhenkrankheit (Acute Mountain Sickness). Wird innerhalb weniger Tage in sehr große Höhen aufgestiegen, betrifft es mitunter sogar mehr als zwei Drittel der Bergsteiger.
Der Blutdruck steigt, Atmung und Herzschlag werden schneller
Der Körper reagiert auf den Sauerstoffmangel und versucht seinem wichtigsten Organ, dem Gehirn, trotzdem genügend zur Verfügung zu stellen. "Die Blutgefäße im Gehirn weiten sich und die Durchblutung nimmt zu", sagt Küpper. Für unmittelbare Anpassungen ist das vegetative Nervensystem zuständig, das unter anderem den Blutdruck ansteigen lässt sowie Atmung und Herzschlag beschleunigt. Es handelt sich gewissermaßen um eine Stressreaktion des Körpers. "Insgesamt sinkt die Belastbarkeit des Menschen. Das gilt sowohl für die körperlichen wie die mentalen Fähigkeiten."
So nehmen während der Bergfahrt in die Höhe nicht nur Ausdauerleistung und Muskelkraft der Alpinisten ab, sondern es können auch Konzentrationsschwächen auftreten. Ein gestörter Schlafrhythmus gehört ebenfalls zu den häufigeren Höhensymptomen. Geschwindigkeit des Aufstiegs sowie Höhe des Aufenthalts bestimmen weitgehend das Risiko für etwaige Beschwerden. Das gilt es bei jedem Trip in der Höhe zu berücksichtigen - auch dann, wenn es sich um mittlere Höhenlagen zwischen 1500 und 3500 Metern handelt. Stichwort: Akklimatisation.
Die Akklimatisation beginnt sofort - schon beim Aufstieg
"Letztlich hängt es davon ab, in welchen Höhen man sich aufhält und wie lange, wenn es darum geht, dem Körper die nötige Zeit für eine Anpassung zu geben", erklärt Küpper. Geht es in große (3500 bis 5300 m) sowie extreme Höhen (höher als 5300 m), ist die Akklimatisation unumgänglich. Sie beginnt sofort - schon beim Aufstieg in die Höhe. "Die Akklimatisation läuft parallel zur akuten Reaktion des Körpers auf die Höhe ab", stellt Küpper fest. "Dabei spielen sich Vorgänge auf genetischer, zellulärer, biochemischer, zentral-nervöser und organischer Ebene ab."
Der Sauerstoffmangel erhöht die Urinproduktion
"Der Sauerstoffmangel kurbelt zwar sofort die Produktion neuer Erythrozyten an, doch erst nach drei Wochen kommt es zu einer nennenswerten Zunahme", sagt Küpper. Der Grund: Die Vorstufen im Knochenmark brauchen Zeit zu reifen. Daher greift der Körper zu einem Trick: Er dickt das Blut ein, indem er den Wasseranteil verringert.
Text: Dr. Ralph Müller-Gesser
Alle auf alpin.de veröffentlichten Medizin-Artikel finden Sie hier.
Das aktuelle Heft

Seite versenden
Seite drucken
Sitemap 




