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Hautärztin und Allergologin: Dr. Brigitte Coras.
Für Allergiker kann es richtig gefährlich werden
Richtig gefährlich sind Bienen- oder Wespenstiche nur für etwa drei bis fünf Prozent der Bevölkerung: Sie sind allergisch auf das Gift der Tiere. Bei ihnen ist die Reaktion des Körpers meist nicht auf die Einstichstelle begrenzt. Ihr Immunsystem kann aus den Fugen geraten. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Schock mit Atem- sowie Herz-Kreislauf-Stillstand. "Wer weiß, dass er allergisch ist, sollte daher auf Ausflügen immer seine Begleiter informieren", rät Coras. "Er sollte ihnen zeigen, wo er das Notfallset aufbewahrt und wie es zu verwenden ist."
Ohne diese Medikamenten-Tasche sollten Allergiker in der Zeit zwischen März und Oktober nie zu einer Wanderung oder einer Bergtour aufbrechen. "Das Notfallset enthält Arzneien, die die allergische Reaktion sofort eindämmen." Ohne Verzögerung sollten daher Anti-Histaminika und Kortison eingenommen werden. Treten trotzdem Atemnot und Kreislaufprobleme auf, kann dies auf einen drohenden Schock hinweisen. Dann muss das im Set enthaltene Adrenalin zum Inhalieren oder die Adrenalinspritze angewandt werden. Doch auch wenn das Notfallset zum Einsatz kommt, an der Alarmierung eines Notarztes führt kein Weg vorbei.
Naschhaft: Wespen während der Pflaumensaison. Bild: dpa.
Sicherlich sorgt ein Notfallset für eine gewisse Sicherheit. Dennoch erzeugt eine Bienen- oder Wespengiftallergie bei den Betroffenen oftmals Angst. Glücklicherweise können sie dagegen etwas unternehmen, denn mit der Hyposensibilisierung steht eine wirksame Behandlungsmöglichkeit zur Verfügung.
Diese Therapie, die sich meist über drei bis fünf Jahre hinzieht, zielt darauf ab, das Immunsystem an den Giftstoff zu gewöhnen. Dazu werden in Abständen von vier bis sechs Wochen immer wieder winzige Giftmengen in die Haut gespritzt. ";Zu Beginn ist meist ein kurzer Krankenhausaufenthalt nötig", erklärt Coras. "Denn um eine therapeutisch wirksame Menge an Gift zu erreichen, müssen in kurzen Abständen mehrere Spritzen verabreicht werden." Die Behandlung ist sehr erfolgreich: Fast 90 Prozent der Betroffenen kriegen ihre Allergie auf diese Weise in den Griff.
Text: Dr. Ralph Müller-Gesser Alle auf alpin.de veröffentlichten Medizin-Artiekl finden Sie hier!
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