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Hübsch und verqualmt
Sonja Roxlau hat in den 90er Jahren in München Sport studiert."Viele haben da geraucht.Ich auch. Es war ganz normal, niemand wurde deswegen schief angeschaut. Und niemand hat sich darüber Gedanken gemacht, dass Rauchen Konsequenzen auf die sportliche Leistung oder die Gesundheit hat.Irgendwie fühlte man sich als Sportstudent ja eh schon viel gesünder als ein "Normalo". Roxlau hat insgesamt zwölf Jahre geraucht. Mit 18 angefangen und nach einem miserablen Silvester-Erlebnis damit aufgehört. Dazwischen lagen bis zu 20 Zigaretten täglich und viele vergebliche Versuche, es endlich zu lassen.
Links im Internet zum Thema Rauchen
"Zigaretten sind eine Droge. Schon eine ist zu viel und mir kann niemand mehr erzählen, er wäre davon nicht abhängig. Ich bin froh und stolz, dass ich das hinter mir habe." Auch der DAV hat mit dem Rauchen auf Hütten Schluss gemacht. Am 1. Januar jährt es sich wieder: Das Rauchverbot auf DAV-Hütten besteht dann seit zwei Jahren. Evi Doldi, Pressesprecherin des DAV, bringt es auf den Punkt: "Das Rauchverbot gilt auf den Hütten des Deutschen Alpenvereins und ist demnach von Gästen und Hüttenwirten einzuhalten."
Ein Segen für alle Nichtraucher: Auf DAV-Hütten ist das Rauchen schon seit 2005 verboten.
"Von Seiten der Hüttenwirte liegen uns leider keine Informationen vor, von Seiten der Gäste gehen immer wieder Nachrichten ein, die das geltende Rauchverbot loben. Über die Abteilung Hütten-Wege-Kletteranlagen konnten von den hüttenbesitzenden Sektionen eigene Aschenbecher bestellt werden, mit deren Hilfe die Zigarettenreste gesammelt werden sollen." So will man dem Kippen-Müll vor der Hütte Herr werden.
"Ich bin dankbar für jedes Lokal und jede Hütte, die rauchfrei ist", sagt Roxlau. Wie ihr geht es sicherlich auch der Mehrheit der Bevölkerung. Denn schließlich sind Dreiviertel der Deutschen Nichtraucher. "Mir stinkt der Zigarettenqualm inzwischen gewaltig und ich kann gar nicht glauben, dass ich das früher nicht gerochen habe."
Aber das ist nicht das einzige, was die Sporttherapeutin und Mutter von zwei Kindern rückblickend den Kopf schütteln lässt. "Ich habe nie das Gefühl gehabt, das Rauchen würde meine sportliche Leistung beeinflussen. Bevor ich auf den Berg ging, habe ich eine geraucht. Das leichte Keuchen berghoch habe ich ebenso ignoriert wie die schwarzen Punkte beim Auswurf."
Raucher müssen joggen
Einfach fitter: Ohne Rauchen läuft es besser.
Nikotin aktiviere zwar das vegetative Nervensystem, weswegen sich Sportler nach einer Zigarette kurzzeitig wacher und leistungsfähiger fühlten, doch tatsächlich hat das Rauchen leistungsmindernde Nebenwirkungen, denn bestimmte rote Blutkörperchen werden mit Kohlenmonoxid besetzt. Sie stünden sonst für den Sauerstofftransport zur Verfügung. "Resultat: Der Sportler gerät leichter außer Atem."
Links im Internet zum Thema Rauchen
Dickhuth zufolge sind Raucher zudem anfälliger für Entzündungen. Ihre Lungenschleimhaut wird ständigen Reizen ausgesetzt, was zum so genannten Raucherhusten führt, der beim Sport sehr störend ist. "Untersuchungen zeigen insgesamt, dass rauchende Sportler weniger leistungsfähig sind."
Diese Einsicht kommt jedoch meist erst nach der letzten Zigarette. Auch bei Sonja Roxlau gab es erst die typischen Rückschläge. Sie berichtet von Verdauungsproblemen, die sich über ein Jahr hinzogen und trotz des Sports nahm sie zu. "Nach einem halben Jahr habe ich mich aber schon fitter gefühlt. Und nach einem Jahr kamen dann die großen Veränderungen. Ich habe mich wirklich freier gefühlt. "
"Ich konnte leichter atmen, der Auswurf wurde weniger und meine Belastungsstufe lag deutlich höher. Das Keuchen war weg und ich konnte intensiver radeln, wandern und joggen. Auch sonst hat sich einiges verändert, die Ausdünstung istanders - irgendwie reiner, mein Geruchssinn hat sich sensibilisiert und auch die Hautfarbe hat diesen Grauton verloren, an dem ich inzwischen jeden Raucher erkenne."
Rückfall?
Obwohl sich die Nordic Walking-Instruktorin so sicher ist, nie wieder rauchen zu wollen, ahnt sie auch, dass nur eine Zigarette ihr schon gefährlich werden könnte. Sie wird allerdings nie rausfinden, ob ihr während des Studiums die Cooper-Ausdauer- Leistungstests ohne Rauchen leichter gefallen wäre.Text und Fotos: Silke Meusel
Aus ALPIN 12/06
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