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Atmen wir durch die Nase ein, reinigen die so genannten Flimmerhärchen die Luft von Staubteilchen oder Bakterien. Leider funktioniert dieser Filter nicht hundertprozentig verlässlich und so gelangen einige Teilchen doch bis in den Rachen.
Was verschluckt wird, tötet unser Magensaft, was in die Lunge gelangt, kann uns krank machen. Daher reagiert unser Körper sofort mit seinem Abwehrsystem: Unterschiedlich spezialisierte Zellen erkennen die Eindringlinge. Sind Viren, Bakterien oder Pilze dabei, wird die Immunabwehr alarmiert, um die feindliche Invasion zu stoppen. So weit, so gut. Würde unser Immunsystem nicht so zuverlässig funktionieren, wären wir ständig krank.
Alarm der Antikörper
Allergiker stehen allerdings oft mit ihrem Immunsystem auf Kriegsfuß - dann, wenn es falschen Alarm schlägt. Denn eine Allergie ist eine Überempfindlichkeit gegenüber Dingen, die normalerweise harmlos sind. Unsere Abwehr sieht Proteine, die in Pollen, Obst oder bestimmten Gewürzen vorkommen (siehe Kasten), als gefährlich an.Was sie zusätzlich tun können
Der Körper produziert Antikörper - viel mehr als er eigentlich müsste: Die Nase läuft, der Gaumen juckt, die Haut schlägt Pusteln, der Atem stockt. Im schlimmsten Fall erleidet der Betroffene einen lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock.
Antigene
Vorausgegangen ist eine Sensibilisierungsphase: Wir hatten den ersten Kontakt zu dem "Objekt", unser Körper bildet Antigene. Davon muss man nicht unbedingt etwas merken. Schließlich atmet jeder, der sich draußen bewegt, ganz unausweichlich ständig Pollen ein. Das kann über Jahre gut gehen, doch plötzlich kommt es dann bei erneutem Kontakt zu einer allergischen Reaktion.Für die meisten Allergiker ist das Frühjahr die Schreckenszeit. Zwar fliegen das ganze Jahr über die verschiedensten Pollen durch die Luft, doch Erlen-, Birken-, Haselnuss- und verschiedene Gräser-Pollen sind die größten Plagegeister. 20 Pollen auf einen Kubikmeter Luft können bereits Probleme verursachen - ein Haselstrauch hat etwa 500 Millionen Pollenkörner!
Gut, wenn man sich dann in die Berge flüchten kann. Allergologen raten sogar, während der stärksten Pollenflugzeit dort Urlaub zu machen. Bergsport kann eine Wohltat sein. Die Pollenbelastung ist im alpinen Bereich geringer. Der Schnee bleibt länger liegen, die Vegetation startet später und ist schneller fertig: Im Mai blühen die Erlen und auch Gräser, doch nach zirka zwei Wochen ist der Spuk vorbei. Sauer- oder Riedgräser verursachen nur sehr selten Beschwerden.
Ab Ende Juni ist der Alpenbereich relativ pollenfrei. Auch Milbenallergikern geht es oberhalb von 1600 Metern besser. Es gibt kaum noch Hausstaubmilben und auch Pilzsporen sind stark reduziert.
Sport ist gesund!
Bleibt Heuschnupfen unbehandelt, kann es zu einem so genannten Etagenwechsel kommen: Die allergische Reaktion tritt von den oberen Atemwegen in die unteren über und kann chronisch werden - man spricht dann von allergischem Asthma.Beim Sport atmen wir die winzig kleinen gelben Körnchen besonders tief ein. Bis in die kleinsten Bronchien dringen die Plagegeister vor. Dort reagieren die Botenstoffe, zum Beispiel Histamin, sofort: Die Schleimhaut entzündet sich, schwillt an und sondert verstärkt Schleim ab. Die Muskulatur der Bronchien verkrampft sich, es kommt zu Husten und Atemnot.
Was sie zusätzlich tun können
Für Asthma gibt es neben den Allergenen noch andere Auslöser: kalte Luft, Anstrengung, Viren, Bakterien, Umweltgifte. Und obwohl körperliche Belastung für Asthmatiker besonders anstrengend sein kann - es gibt sogar eine spezielle Form des Asthmas, das nur bei körperlicher Belastung auftritt (Belastungs- oder Anstrengungsasthma) - ermuntern Fachärzte ihre Patienten sogar zum Sport.
Dr. Hartmut Timmermann ist Pneumologe und Allergologe: "Da die Asthma-Symptome, insbesondere Luftnot, auch bei körperlicher Belastung auftreten, führt das dazu, dass die Patienten Sport und Anstrengung meiden - dies ist jedoch ein grundlegend falsches Verständnis der Erkrankungsabläufe.
Denn regelmäßiges körperliches Training erhöht die Schwelle, bei der Anstrengungsasthma auftritt." Ausdauersport ist besonders gut für das Asthma- Management geeignet. "Sport bringt eher eine Befreiung von Symptomen, und der Spaß am Sport kann sich auch günstig auf die persönliche Einstellung zur Krankheit und Therapie auswirken." Außerdem stärkt Sport das Immunsystem, Infekte haben seltener eine Chance, sich in den Bronchien festzusetzen.
Text: Silke Meusel
Aus ALPIN 03/2007
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