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Aus den USA droht weiteres Ungemach
Und eine neue, eine sprichwörtliche Pollenschleuder könnte weiteres Ungemach bringen: Die hoch allergisch wirkende Ambrosia, ein aus den USA eingeschlepptes Beifuß- Gewächs, breitet sich in ganz Europa aus - auch in manchen Gegenden Deutschlands ist es bereits zu finden.
Solange die Beschwerden nicht zu stark und zeitlich eng umrissen sind, versuchen sich viele Betroffene mit dem Problem zu arrangieren. Einige Tage zu leiden, halten sie für akzeptabel. "Das geht bis zu einem gewissen Grad, doch die Pollenallergie steht nicht still", sagt Schott. "Zum einen werden die Beschwerden intensiver und zum anderen kann sich die Allergie auf weitere Stoffe ausdehnen." Viele Betroffene gelangen irgendwann an den Punkt, an dem sie sich für eine Therapie entscheiden.
Therapie? Der Herbst ist der ideale Zeitpunkt
Aus diesem Grund empfehlen Allergologen diese Jahreszeit für den Start einer "spezifischen Immuntherapie". Vor einigen Jahren hieß das Verfahren noch "Hyposensibilisierung". Auch wenn der Begriff heute eher unüblich ist, beschreibt er doch gut, was bei der Behandlung passiert: Sie zielt darauf ab, die Aktivität eines teilweise zu fein eingestellten Immunsystems herunterzufahren.
Denn bei allergischen Reaktionen - ob Asthma oder Heuschnupfen - besteht das Problem in einem fehlerhaften Immunsystem. Es reagiert unpassend und übermäßig auf Stoffe, die es eigentlich ignorieren sollte. Die spezifische Immuntherapie macht sich eine einfache Idee zu eigen: Der Körper soll sich an die krankmachenden Pollen so sehr gewöhnen, dass er bei einem erneuten Kontakt nicht mehr allergisch reagiert. Schott: "Diese Gewöhnung an die Allergene geht allerdings nicht von heute auf morgen, sondern braucht Zeit." Drei bis fünf Jahre, um genau zu sein. So lange dauert die Therapie; so lange wird der Betroffene regelmäßig mit den problematischen Allergenen konfrontiert.
Die klassische erfolgversprechendste Behandlungsvariante: Spritzen
Seit einigen Jahren gibt es die spezifische Immuntherapie auch in anderer Form: Statt Spritzen kommen Tropfen zum Einsatz. Täglich tröpfelt sich der Betroffene ein wenig Allergenlösung unter die Zunge. "Auch hier wird in der Anfangsphase die Konzentration allmählich erhöht", erklärt Schott. Diese Behandlungsform ist etwas schonender und auch praktischer, weil regelmäßige Praxisbesuche wegfallen. Allerdings erfordert sie sehr viel Disziplin von den Betroffenen: Denn werden die Tropfen öfter mal vergessen, nimmt die Erfolgsquote rapide ab. "Die Spritzentherapie ist augenblicklich noch die Methode der Wahl", sagt Schott.
Die Behandlung dauert Jahre - unabhängig von der gewählten Variante
Welche Variante auch immer gewählt wird, die Behandlung zieht sich stets über Jahre hin. Erste Erfolge spüren die Betroffenen aber schon in der folgenden Pollenflugsaison. "Die Beschwerden werden meist abgeschwächt und sind besser zu ertragen", bestätigt Schott und weist darauf hin, wie wichtig Durchhalten ist: "Denn die Chancen stehen ausgezeichnet, dass sich ein dauerhafter und durchschlagender Erfolg einstellt." Bei der Mehrheit der Patienten bessert sich die Allergie.
Die Behandlung ist umso wirksamer, je früher sie beginnt. Das bedeutet: Sie kann auch schon bei Kindern angewandt werden. Das ist nicht nur wichtig, um die Beschwerden der Kleinen zu lindern, sondern auch, um eine Verschlechterung zu verhindern. "Es besteht durchaus das Risiko, dass sich aus einer Pollenallergie eine Asthmaerkrankung entwickelt", erklärt Schott. "Die spezifische Immuntherapie senkt diese Gefahr erheblich. Sie ist eine wichtige Vorbeugungsmaßnahme."
Text: Dr. Ralph Müller-Gesser
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