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Ohne Warnung "platt"
ALPIN-Experte Hans-Herbert Vater rät: einmal pro Jahr zum Leistungstest.
Für gewisse Risikogruppen ist es am Berg Pflicht. Ein Risiko kann entstehen bei Bluthochdruck, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, Herzinsuffizienz oder koronarer Herzkrankheit. "Auch nach einem Herzinfarkt oder nach Angina Pectoris muss während des Trainings zwingend mit Herzfrequenzmessgerät kontrolliert werden”, sagt Vater.
Zum Lexikon: Die wichtigsten Begriffe aus der Trainingslehre
Schlag auf Schlag
Das beste Gerät nützt nichts, wenn der trainingstheoretische Hintergrund fehlt. Bevor Sie nun anfangen, sich durch die Bedienungsanleitungen zu quälen oder dicke Medizinbücher zu wälzen, hier die grundlegenden Er-kenntnisse der Trainingsmedizin kurz zusammengefasst:
Höhen-/und Pulsmesser sind für Bergsteiger manchmal extrem nützlich. Unseren Test finden für die hilfreichen Geräte finden Sie hier.
Grenzwerte
Irgendwann kommt jedoch jedes Herz an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit. Wandern und Skitourengehen gehören allerdings zu den Sportarten, die bei konstanter Geschwindigkeit das Herz-Kreislauf-System über lange Zeiträume gleichmäßig belasten. Das hat auch Hans-Herbert Vater in seiner Feldstudie zum Skitourenlauf ermittelt. "Die Ausbelastung, wie sie unter Laborbedingungen erreicht wurde, wurde am Berg nicht registriert. Die Sportler blieben unter der aerob-anaeroben Schwelle (siehe Lexikon)."Tipps vom Sportmediziner
Diese Schwelle ist nicht nur der Schlüssel zum Trainingserfolg. Sie ist für jeden Sportler ein Richtwert für sein persönliches Wohlbefinden. Denn ist die aerob-anaerobe Schwelle erreicht, braucht der Körper mehr Energie, als er produzieren kann. Es steht ihm nicht genügend Sauerstoff zu Verfügung, um die Muskeln ausreichend zu versorgen. Er arbeitet anaerob. Bei dieser Form der Energiegewinnung entsteht Laktat.
Die aerob-anaerobe Schwelle mit der maximalen Herzfrequenz (HF) ist gleichzeitig die Grenze für die Dauerbelastung. Der Arzt stellt sie mittels Belastungs-EKG, Laktatleistungskurve oder Atemgasanalyse exakt fest. "Gesunde Sportler können sie bei einer Belastung durch einen 400-Meter-Lauf ermitteln (Volllast und dann Puls messen) oder durch die Formeln der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie: 200 minus Lebensalter oder, nach Hollmann, 220 minus Lebensalter herleiten", empfiehlt Vater. Ist diese maximale Herzfrequenz ermittelt, lassen sich daraus die individuellen Trainingsbereiche (siehe Lexikon) ableiten.
Das beste Training
Normalerweise sollte man sich auf einer normalen Tour im Grundlagenausdauerbereich (aerober Bereich) bewegen, dann stimmt das Verhältnis zwischen Sauerstoffaufnahme und Sauerstoffbedarf, der Körper zieht seine Energie aus den Fettreserven und so wird man lästige Pfunde los. Um seine Leistung allerdings zu steigern und einen Trainingseffekt zu erzielen, sollte man sich gelegentlich intensiver belasten.Zum Lexikon: Die wichtigsten Begriffe aus der Trainingslehre
Alles unter Kontrolle?
Herzfrequenzmessung ist ein einfacher Weg zur Kontrolle, wie sich die Belastung auf das Herz-Kreislauf-System auswirkt. Gesetzte Ziele und Grenzen können erreicht oder eingehalten werden. Aber Vater warnt: "Die Pulsuhr zeigt nur die Frequenz an. Daraus kann man nicht erkennen, ob es sich um normale Schläge handelt oder ob Zwischenschläge mitgezählt wurden oder es sogar zu Rythmusstörungen gekommen ist. Auch sollte man in den Bergen nicht außer Acht lassen, dass sowohl die Höhe, als auch der Wärmeregulationseffekt, der nach ca. eineinhalb Stunden einsetzt, die Herzfrequenz um mindestens vier bis sechs Schläge erhöhen." Das ist der Unterschied zwischen Laufband und Natur.Text: Silke Meusel
Aus ALPIN 09/2006
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