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Gerade das stetige Gesichert-Sein verleitet zu dem Trugschluss, alles sei machbar. Aber auch der Umgang mit der Ausrüstung kann zum Problem werden. Peter Plattner vom Österreichischen Alpenverein weiß, dass "das Umhängen der Karabiner in bestimmten Situationen mehr Kraft kostet als der ganze Klettersteig". Dann nämlich, wenn die Kräfte aufgebraucht sind. Vor allem an Schlüsselstellen und am Ende des Klettersteiges macht sich das häufig bemerkbar. Wie kommt es zu solchen Situationen und wieso muss die Bergwacht so oft ausrücken, um unverletzte Personen zu bergen? Überschätzen sich zu viele Bergsportler?
Martin Schwiersch, Berg- und Skiführer und Psychologe, kennt sich mit Extremsituationen aus.
Also liegt darin nicht das Problem. "Personen, die aus dem Klettersteig gerettet werden, sind meist total erschöpft und mit ihren Kräften am Ende", erklärt Plattner. Schwiersch spricht in diesem Zusammenhang auch von einer "psychischen Energie". "Ist sie aufgebraucht, geht nichts mehr." Routine und Erfahrung können helfen, diese psychische Energie haltbarer zu machen.
Allerdings kann eine Blockade auch bei erfahrenen Klettersteiggehern auftreten. "Da spielt dann wieder die Tagesform eine Rolle. Welchen Stress hat man gerade im Privat- oder Berufsleben, bei Frauen kann die Menstruation eine Rolle spielen", erklärt Schwiersch.
Tipps vom Psychologen Martin Schwiersch
Steckt man an einer solchen persönlichen Schlüsselstelle fest und verursacht dann auch noch Stau für alle anderen, ist die psychische Grenze schnell überschritten. Dies kann zur Nichts-geht-mehr-Blockade oder sogar zu schwerwiegenden Fehlern und zum Absturz führen. "In solchen Augenblicken hilft vor allem gutes Zureden der Bergkameraden. Und ich rate immer, ein Seil im Rucksack zu haben", sagt Plattner. "So ein Seil gibt einfach auch psychische Sicherheit. Kaum ist der Kamerad angeseilt, lösen sich Verkrampfungen und plötzlich klappt das Umhängen der Karabiner oder der Schritt nach vorne."
Aber nicht nur gutes Zureden hilft, auch gutes Material bewahrt vor Panik: "Ein Karabiner, der sich vernünftig bedienen lässt, kann in den entscheidenden Augenblicken viel Zeit (und damit Kraft und Nerven) sparen." Und so empfiehlt Plattner jedem Klettersteiggeher, sich ein neues Steigset in Y-Form zuzulegen. Diese Form hat sich gegenüber der V-Form durchgesetzt, da sie über größere Sicherheitsreserven verfügt. Denn außer für einen kurzen Moment beim Umklinken sind immer beide Enden des Sets eingehängt.
Die neuen Sets haben sich auch im ALPIN-Test 5/2005 als zuverlässig und gut handhabbar erwiesen. Das ist die Hardware. einen kurzen Moment beim Umklinken sind immer beide Enden des Sets eingehängt.
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