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Medizin

(K)ein Kinderspiel

28.06.2006 09:37:39
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Für viele Bergsteigerpaare ändert sich ihr Hobby schlagartig, wenn sie Eltern werden und ihre Kinder mit auf Tour nehmen. Die Kinder übernehmen die Hauptrolle. Jetzt ist der Weg das Ziel und die Eltern sind jede Minute gefordert, die Kinder zu motivieren. Wenn sie Spaß haben, dann haben auch die Eltern Spaß. Je besser die Tour geplant wird, desto gelassener kann man losmarschieren.
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Wenn es spannend wird, haben Kinder viel Spaß.
Bergsteigen ist für Kinder eine tolle und gesunde Sportart, aber auch eine große Herausforderung für den kleinen Körper:

Kinder-Körper

  • Der Grundumsatz ist um 20 - 30 Prozent höher als bei Erwachsenen, daher brauchen sie mehr Vitamine, Mineralien und Nährstoffe und fast genauso viel Eiweiß wie ein erwachsener Sportler.
  • Auch der Sauerstoffbedarf ist höher. Ein Kind hat weniger Kraft und die Muskelkoordination funktioniert noch nicht so ausgefeilt, deshalb hat es eine höhere Bewegungsfrequenz.
  • Der kindliche Organismus kann deutlich weniger Sauerstoff aufnehmen, da er sich noch nicht an den geringeren Sauerstoffgehalt in der Höhe anpassen kann.
  • Die Muskulatur ermüdet schneller.
  • Das Herzvolumen ist geringer, es zirkuliert weniger Hämoglobin.
  • Das Herz-Kreislaufsystem entwickelt sich bis bis zum Abschluss des Skelettwachstum.
  • Kinder können nicht so viel Flüssigkeit wie Erwachsene speicher und sie haben einen erhöhten Flüssigkeitsverlust.
  • Auch beim Abstieg daran denken, dass die Gelenke, Sehnen und Bänder der Kinder noch nicht so belastbar sind
  • Besonders wichtig für die Tourenplanung ist die ganz persönliche körperliche Entwicklung jedes beteiligten Kindes. Kinder sind weit davon entfernt, Miniaturerwachsene zu sein. Sie haben zwar genügend Kraft für Bergtouren, lernen aber erst im Laufe der Jahre, diese koordiniert einzusetzen.
Meist finden Kinder schnell Spielzeug in der Natur.

Märchenwiese und Streichelwind

Und noch etwas unterscheidet unsere Kinder von uns: Sie können sich selbst noch nicht dazu motivieren auf einen Berg zu steigen. Wir müssen es ihnen schmackhaft machen. Mit Fantasie und Ideen im Gepäck und einer gut geplanten Tour rückt der Gipfel hingegen in greifbare Nähe.

Tipps zur Tourenplanung

  • Eine Rundtour ist interessanter als der selbe Weg für Auf- und Abstieg.
  • Forstwege sind öde, kleine Pfade durch Wald oder über Wiesen sind spannend.
  • Eine gute topografische Karte hilft, das Gelände einzuschätzen und die richtigen Plätze für Pausen auszuwählen, Tipps von erfahrenen Eltern sind noch wertvoller.
  • Pausen, Pausen, Pausen! Kinder brauchen sie zum Essen, Trinken und Kraft schöpfen, aber vor allem zum Spielen und Entdecken.
  • Mehrere Kinder motivieren sich oft gegenseitig.
Wem dann noch die richtigen Geschichten zu einem großen Felsen, einem moosbewachsenen Baum oder einer kleinen Höhle einfallen, hat schon gewonnen. Denn wer sich auf die kindliche Perspektive einlässt, kann selber viel entdecken: einmal ganz flach auf den Boden legen und in den Berg lauschen, dem knorrigen Baumstumpf ein lustiges Gesicht verpassen oder einfach auf der grünen Märchenwiese liegen, sich vom Wind streicheln lassen und die Wolkentiere beobachten. Es gibt mehr als tausend und eine Möglichkeit, den Tag zu genießen - auch ohne Gipfel.

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