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Oft helfen und beruhigen schon die richtigen Worte und ein "Trostpflaster". Wenn sich Kinder richtig verletzen oder ungewöhnlich verhalten, ist aber mehr nötig. Gut, wenn man dann weiß, was zu tun ist, und wenn man für den Notfall alles dabei hat. Denn in den Bergen ist das nächste Krankenhaus weit.
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Kinder sind keine Miniatur-Erwachsenen. Sie reagieren in Gefahrensituationen und bei Verletzungen ganz anders. Oft schmerzt ein kleines Wehwehchen riesig. Umgekehrt fällt es Kindern schwer, Schmerzen zu beschreiben oder richtig darauf zu deuten. Wenn man nicht gesehen hat, was passiert ist, hilft oft nur der komplette Körpercheck: abtasten, vorsichtig bewegen und kontrollieren.
Die Kinderärztin und Sportmedizinerin Dr. Susi Kriemler ist mit ihren beiden Kindern auch in den Bergen unterwegs und weiß, dass vor allem Kälte und Hitze den Kindern zu schaffen machen. "Kinder haben weniger Körperfett und somit eine schlechtere Isolation", erklärt sie. "Dazu kommt, dass sie über ihre Körperoberfläche viel Wärme verlieren. Bei Kälte droht Unterkühlung, bei Wärme droht Überhitzung. Kinder müssen vor beidem geschützt werden.
Gegen Kälte hilft vor allem Bewegung und ausreichend Essen und Trinken. Denn dadurch steigt die Körpertemperatur an. Im Sommer ist Sonnenschutz besonders wichtig: Lichtschutzfaktor 20, Sonnenbrille, Hut und leichte, aber langärmelige Kleidung." Kinder schwitzen kaum, wodurch der kühlende Effekt bei Hitze nicht stattfindet.
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Etwas ist zu jeder Jahreszeit wichtig: Flüssigkeit! Kriemler gibt als Faustregel: "Ein Kind - egal wie alt - sollte alle vier bis sechs Stunden Wasser lassen, der Urin soll hell sein, dann hat es genügend Flüssigkeit."
Schön, wenn die Kinder gut gelaunt sind. Dann hat man bei der Planung vieles richtig gemacht. Aber was, wenn mal nicht alles glatt läuft?
Krank durch die Höhe
Auch Kinder werden höhenkrank. Das hat Kriemler in einer Studie herausgefunden. "Die Hälfte der Kinder wurde in einer Höhe von 3500 Metern krank. Damit leiden Kinder vergleichsweise schneller an den Symptomen der Höhenkrankheit als Erwachsene. Problematisch ist, dass sich Kinder bis zum Schulalter nur schwer über Kopfschmerzen, Übelkeit oder Appetitlosigkeit äußern können. Daher sollte jedes auffällige Ess-, Spiel- oder Schlafverhalten potentiell mit der Höhenkrankheit in Verbindung gebracht werden."Und dann hilft nur: runter vom Berg. Für das Höhenlungenödem sind vor allem Kinder anfällig, die gerade einen Infekt durchgemacht haben. Besondere Vorsicht ist bei Kleinkindern mit Down Syndrom geboten, sie können schon bei weniger als 2000 Metern ein Ödem entwickeln.
Was sonst noch passieren kann?
Bergauf sollte man hinter den Kindern laufen, bergab vor ihnen. Dann ist die helfende Hand immer zum Auffangen bereit. Trotzdem gehören Schrammen, Platzwunden, Schürfwunden zum Kinderleben dazu. Übelkeit, Blässe oder Erinnerungsverlust sollten hingegen die Alarmglocken läuten lassen. "Dahinter kann eine Gehirnerschütterung stecken, das Kind kann sich mit einer Pflanze oder Pilzen vergiftet haben oder erschöpft sein." Kriemler rät dann, das Kind schnellstmöglichst ins Tal zu tragen und einen Arzt aufzusuchen.Zur Fotogalerie des Artikels
Gegen die üblichen Blessuren hilft die kindgerecht ausgestattete Rucksackapotheke. Und noch ein Tipp von Kriemler für besonders erkundungsfreudige (Klein-)Kinder: Ein kleines Glöckchen, an der Kleidung befestigt, hilft Streuner wieder-zufinden.
Text: Silke Meusel
ALPIN-Buchtipp: "Berge voller Abenteuer - Mit Kindern unterwegs" von Dewald, Mayr, Umbach. Erschienen im Ernst Reinhard Verlag. "Homöopathie für Kinder" von Sven Sommer. Erschienen bei Gräfe und Unzer, GU Kompass Taschenbuch.
Aus ALPIN 07/2006
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