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Medizin

Herz-Sache

05.09.2006 09:27:32
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Genau 4237 Bergrettungen und 63 Bergungen von Toten verzeichnet die Bergwacht Bayern für das vergangene Jahr. Der Alpindienst des Österreichischen Bundesministeriums für Inneres gab in seiner Statistik für den Winter 2004/05 3662 Verletzte und 61 Tote bekannt. Traurige Bilanzen. Viele Unfälle ließen sich zweifellos vermeiden. Eine gewissenhafte Tourenplanung und eine ehrliche Selbsteinschätzung könnten, so die Meinung der Bergwacht, die Zahlen deutlich reduzieren.
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Wichtig, leicht zu lernen, schnell vergessen: die Herz-Lungen-Wiederbelebung.
Und wenn etwas passiert, wer hilft? Kann man sich im Alltag noch darüber hinwegmogeln, weil der Notarzt schnell zur Stelle ist, bleibt man in den Bergen auf sich gestellt. Stabile Seitenlage, Schockposition, Mund-zu-Mund-Beatmung können Leben retten.

"Schließlich ist die Erstversorgung extrem wichtig", erklärt Bergführer Günter Durner, "wenn man bedenkt, dass die Retter in den Bergen einen weiten Weg haben. Selbst mit Hubschrauber kann es eine halbe Stunde dauern, bis professionelle Hilfe vor Ort ist." Durner gibt Bergsteigern Erste-Hilfe-Kurse und kennt aus den Gesprächen die Hemmschwelle, am Unglücksort zu handeln.

Was sie immer tun sollten
Günter Durner: "Selbst mit Hubschrauber kann es dauern, bis organisierte Rettung da ist."
"In den Sommermonaten kommt es bei ,normalen’ Bergwanderern besonders häufig zu Erschöpfung und Herz-Kreislaufproblemen. Jeder sollte die Anzeichen kennen und wissen, was zu tun ist." Der Körper ermüdet durch Anstrengung - sowohl physisch als auch psychisch, Hitze und starker Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen stellen den Kreislauf auf eine harte Probe.

Legt man genügend Pausen ein, erholt sich der Organismus. Übergeht man allerdings die Signale einer Ermüdung und strengt sich über die Maßen an, kommt es zur Erschöpfung: Die Energiespeicher sind leer, Muskeln übersäuern und der Elektrolythaushalt ist gestört. Der Körper kann sich auch in langen Pausen nicht mehr erholen. Er ist ausgepowert, ein bedrohlicher Zustand.

Ebenso bedrohlich ist der Schock-Zustand für einen Verletzten. Als Helfer bei einem Unfall sollte man sein Augenmerk immer auf Anzeichen eines Schocks richten (siehe Kasten). Denn bleibt er unbeachtet, kann er zum Tode führen. Nach der Versorgung eventueller Wunden ist es entscheidend, den Schockpatienten richtig zu lagern: Beine auf einen Rucksack oder an einer Geländeform hochlegen.

Checkliste: Das Erste-Hilfe-Set
Ist die Person bei Bewusstsein, muss sie trinken, um entstandenen Flüssigkeitsmangel - sei es durch Blutung oder Dehydration - auszugleichen. Wichtig ist, nur kleine Mengen zu verabreichen. Jeder Schluck sollte möglichst lange im Mund behalten werden, um über die Schleimhäute Flüssigkeit aufzunehmen. Was zu viel im Magen landet, wird meist gleich wieder erbrochen.

Bewusstlose lagert man in der stabilen Seitenlage. Sie bekommen nichts zu trinken, da sie sich verschlucken könnten. Man kann allerdings die Lippen und den Mundraum mit einem nassen Tuch befeuchten. Auch das bringt schon Linderung für den Betroffenen.

Aus ALPIN 08/2005
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