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Grippe kann lebensgefährlich sein
Meist lässt sich schon nach wenigen Stunden sagen, ob es eine echte Grippe ist oder eine Erkältung (siehe Kasten). Eine Grippe, auch Virusgrippe oder Influenza genannt, kommt schnell und heftig, mit Kopf- und Gliederschmerzen, hohem Fieber und oft auch Schüttelfrost. Dem beugt die Grippeimpfung vor, die jedes Jahr mit einer neuen Impfstoffvariante aufgefrischt werden muss.Sobald mehrere der genannten Symptome gleichzeitig auftreten, handelt es sich wahrscheinlich um eine Grippe. Sie muss in den ersten 48 Stunden behandelt werden, denn sie ist gefährlich. Gefährdet sind nicht nur Menschen mit schwachem Immunsystem. Immer wieder bringt die Grippe auch Sportler um.
In den Bergen besonders gefährdet
Anneliese Berbalk: Sportkardiologin und Gesundheitsexpertibn
Wer sich dann zusätzlich sportlich belastet, macht für die Erreger den Weg frei - sie befallen nicht nur die Schleimhäute, sondern können auch auf den Herzmuskel übergreifen." Wer in den Bergen unterwegs ist, ist besonders gefährdet: "In der Höhe wirkt sich eine normale Belastung viel stärker auf den Körper aus."
Mit dem Training aussetzen
Wichtig ist also, jeden Infekt auszukurieren. "So lange man sich schlapp, abgeschlagen und unwohl fühlt, sollte man pausieren", erklärt Berbalk: "Bevor es dann wieder losgeht, unbedingt mit dem Arzt Rücksprache halten und das Training systematisch aufbauen, damit sich der Körper der Belastung anpassen kann."Die Herzmuskelentzündung kommt verhältnismäßig selten vor. Häufiger ist eine so genannte Superinfektion. Typisch dafür ist ein gelblich-grünes Sekret. Die Superinfektion kann zur chronischen Bronchitis, Nasennebenhöhlen-, Mittelohr- oder Mandelentzündung werden. Bei Fieber und der Einnahme von Antibiotika gilt also generell: Trainingsstopp! Sonst wird aus sieben "verlorenen" Tagen eine ganze Saison.
Raus an die frische Luft
Warum wir uns im Herbst und Winter besonders oft Infekte einfangen, liegt nicht an der Kälte draußen, sondern an der Heizungsluft drinnen. Sie trocknet die Schleimhäute der Atemwege aus. Der ansonsten stetige Sekretfluss transportiert normalerweise die Erreger ab. "Bewegen sie sich auch in der feuchtkalten Jahreszeit zwei- bis dreimal wöchentlich an der frischen Luft", rät Berbalk, "auch damit stärkt man die Abwehr."Vorbeugen sollte, wer sich einem Erkältungsrisiko ausgesetzt hat - etwa, indem er ohne Schirm in den Regen kam oder in zugiger Luft auf einen Bus wartete. Ein heißes Fußbad, verbunden mit einem Becher Lindenblütentee, erspart meist unangenehme Folgen.
Kräuter oder Pillen?
Ist die Erkältung dann doch da, greift manch einer optimistisch zum Pillengläschen. Ein anderer erinnert sich, wie gut es tat, mit einer Wärmflasche im Bett zu liegen und sich von Großmutter mit einer Tasse Tee oder heißer Brühe versorgen zu lassen. So oder so: Die Genesung dauert rund eine Woche.Tee, Wärmflasche, Fußbad, Vollbad, warme Wickel - Wärme dient zur Vorbeugung ebenso wie zur Behandlung von Erkältungen, grippalen Infekten und zur Linderung von Grippesymptomen. Auch im Sinne der Schulmedizin wirken Kräuter. Lindenblüten beispielsweise können den Einsatz von starken Medikamenten ersetzen.
Das wurde ebenso wissenschaftlich belegt wie die Heilkraft des Thymian: Das ätherische Thymianöl wirkt antiseptisch, stark krampflösend und entzündungshemmend. Es beugt Erkältungen vor und wirkt auch heilend. Versuchen Sie es doch einmal mit der natürlichen Arznei.
Silke Meusel
Aus ALPIN 10/2004
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