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Medizin

Auf Schritt und Tritt

26.07.2006 10:38:33
Nur sehr selten wird unseren Füßen die Aufmerksamkeit zuteil, die sie als Schwerstarbeiter verdient hätten: Unsere Füße fristen oft ein stinkendes, schwitzendes Dasein, traktiert von zu engen oder harten Schuhen, bewachsen von Pilzen, Warzen und Hühneraugen.
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Mit den Zehen wackeln macht müde Füße wieder munter.
Ein schlechtes Schuhklima ist zwar unangenehm für die Füße, aber es fügt ihnen keinen anatomischen Schaden zu. Sind Schuhe zu eng, zu hart oder abgelaufen, können Füße nicht nur stinkig, sondern auch platt werden, sich senken oder spreizen. Fehlstellungen, die sich auf Knie- und Hüftgelenke auswirken und dort zu Beschwerden führen.

Vernachlässigt und geschunden kommen viele Füße daher. Man pflegt seine Haare, sein Gesicht und seine Hände, aber wer bringt annähernd so viel Zeit für seine Füße auf? Sie sind missachtete Kunstwerke: Filigran aus 26 Knochen zusammengesetzt, von 100 Bändern gehalten und 33 Muskeln gestützt, tragen sie unser ganzes Körpergewicht, sobald wir in den aufrechten Gang kommen.
Unsere Füße sind damit unser meistbelastetes Körperteil. Sie sind stabil und trotzdem so flexibel gebaut, dass sie wie ein Stoßdämpfer wirken. Was sie beim Laufen, Skifahren, Klettern und vor allem beim Bergabgehen leisten, ist enorm.

Schenken Sie also Ihren Füßen mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung: Fußbäder, Nagelpflege, Abtragen von Hornhaut mit einer Sandreibe und danach eine Fußmassage mit einem durchblutungsfördernden Balsam lassen Ihre Füße leichter durchs Leben gehen. Und wenn Sie das nächste Mal auf einer Hütte die Nase rümpfen, denken Sie besser bewundernd an all die fleißigen Füße, die Ihre Besitzer unter Schwerstarbeit dort hinauf getragen haben.

Pilze

Rissige Füße machen es Bakterien und Pilzen leicht sich anzusiedeln.
Jeder Dritte leidet unter Fußpilz. Seine Sporen breiten sich in Duschen und Umkleidekabinen aus. Die Haut zwischen den Zehen ist feucht, rissig, weißlich und kann unangenehm riechen.
Vorbeugen: Barfußlaufen in öffentlichen Einrichtungen vermeiden, Füße waschen und gründlich - auch zwischen den Zehen - abtrocknen, Socken und Handtücher auskochen. Harmloser, aber hartnäckiger ist Nagelpilz. Er entsteht durch häufiges Anstoßen des Nagels im Schuh, wodurch die Nagelplatte verletzt wird. Feuchte Schuhe lösen die Hornsubstanz der Füße auf und Erreger können leichter ins Nagelbett eindringen.

Zehennägel

Häufiges Problem bei Sportlern sind schwarze Zehennägel, verursacht durch zu enge Schuhe, meistens ist der große Zeh betroffen.
Vorbeugen: Schuhe und Socken müssen passen, Nägel einmal wöchentlich gerade abschneiden, rundgeschnittene Nägel wachsen schneller in den Nagelfalz ein.

Barfuß laufen tut den Füßen gut.

Schweiß

Der Körper schwitzt, um seine Temperatur zu regulieren. Jüngere Menschen leiden eher an Schweißfüßen als ältere.
Vorbeugen: Luftdurchlässige Schuhe tragen und so oft wie möglich barfuß laufen.
Abhilfe: Senfmehlfußbäder oder Zimteinlegesohlen.



Schwarze Nägel

Häufig verursacht durch lange Bergabtouren, wenn die Nägel nicht kurz genug geschnitten sind, unter dem Nagel sammelt sich Blut - sehr schmerzhaft.
Abhilfe: Mit einer ausgeglühten Nadel ein kleines Loch in den Nagel stechen, so dass das Blut dadurch ablaufen kann, ansonsten droht Nagelverlust.

Warzen, Hühneraugen

Warzen werden durch einen Virus verursacht und oft in Duschräumen übertragen. Inkubationszeit 1 - 6 Monate. Sie sind rund oder oval mit einem Riss oder dunklen Punkt in der Mitte.
Abhilfe: Mit einer Feile abtragen und mit Salicylsäure behandeln. Hühneraugen bilden in der Mitte einen spitzen dornartigen Zapfen, der an die Knochenhaut heranreicht, daher sehr schmerzhaft.
Abhilfe: Sie müssen mit Skalpell oder Laser entfernt werden.

Infektionsgefahr: Blasen bitte nicht aufstechen!

Blasen

Entstehen durch andauernde Reibung am selben Punkt.
Vorbeugung: Schuhe gut einlaufen, Strümpfe müssen trocken und sauber sein und passen, salicylhaltige Vaseline hält die Haut glatt und erweicht Schwielen, empfindliche Stellen abkleben.
Behandlung: Nicht öffnen, da sonst eine Infektion entstehen kann. Öffnet sich die Blase von selbst, sorgfältig reinigen, mit steriler Wundauflage abdecken - nicht kleben!

Text: Silke Meusel (Text gekürzt)

Artikel aus ALPIN 02/2006
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