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Thermorezeptoren in unserer Haut und die feine Behaarung darauf haben die niedrigen Außentemperaturen registriert. Die Information geben sie an das Regulationszentrum weiter.
Zunächst reagieren wir instinktiv: legen die Arme um den Körper, um die Oberfläche zu verkleinern, reiben die Hände, stampfen mit den Füßen, trinken heißen Tee.
Verstärkt sich das Kältegefühl weiter, zum Beispiel weil die Energiespeicher leer sind, nasse Kleidung auf der Haut liegt oder Wind zusätzlich kühlt, startet unser Körper gleichzeitig verschiedene "interne" Maßnahmen:
Die Haarmuskeln kontrahieren sich, die Haare stellen sich auf -; allerdings vergeblich, denn unser "Pelz" ist nicht mehr dicht genug, um uns vor Kälte zu schützen, wir haben lediglich eine Gänsehaut.
Informationen zur Erfrierung finden Sie hier!
Blutgefäße in der Hautoberfläche ziehen sich zusammen, werden weniger durchblutet - das spart Energie und der Körper kühlt nicht so schnell aus. Die Schweißdrüsen stellen ihre Produktion komplett ein.
Reicht das nicht aus, zieht sich der Blutkreislauf auf den Körperkern zurück. Es werden nur noch die lebenswichtigen Bereiche versorgt. Das thermoregulatorische Zentrum reagiert mit unwillkürlichen Muskelkontraktionen:
Beim Kältezittern produzieren viele winzige Muskeln 85 Prozent der nötigen Körperwärme. Doch niedrige Temperaturen führen unweigerlich zu Veränderungen:
Der Blutdruck steigt an, der Sauerstoffbedarf des Herzmuskels nimmt ebenso zu, wie die Zahl der roten Blutkörperchen und -plättchen, dadurch steigt die Gefahr von Thrombose, gleichzeitig können Blutgerinnsel nicht mehr so leicht abgebaut werden, da ein wichtiger Hemmer nur noch reduziert im Blut vorkommt.
Kälte hat auch entscheidenden Einfluss auf unsere Leistungsfähigkeit: Die Deutsche Gesellschaft für Berg- und Expeditionsmedizin (BexMed) stellt in ihren Ausführungen heraus:
"Kälte beeinträchtigt die periphere Nervenleitung und neuromuskuläre Funktion ebenso wie zentrale überlebenswichtige Regelvorgänge. Gestörte Wahrnehmung, Urteilsfähigkeit und Koordination erhöhen die Unfallgefahr dramatisch auch bei erfahrenen Bergsteigern."
Informationen zur Erfrierung finden Sie hier!
Damit es nicht so weit kommt, müsse jederzeit der "Mut zur Umkehr" an erster Stelle stehen. Gesundheit, eine sehr gute Kondition, zuverlässige Ausrüstung, reichlich Essen und Trinken sind ebenso wichtig, wie eine vernünftige Tourenplanung.
Die Homepage der Gesellschaft für Berg- und Expeditionsmedizin finden Sie hier:
www.bexmed.de
Text: Silke Meusel
Aus ALPIN 12/08
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