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Knochen, Muskeln, Nerven, Sehnen, Bänder
- alles muss reibungslos zusammenspielen, wenn man sich vorwärts bewegt. Ein komplizierter Ablauf, den wir schon im frühen Alter erlernen. Er wird so selbstverständlich wie essen und trinken. Erst wenn man Schmerzen hat oder nach einem Unfall oder einer schweren Operation wieder ganz von vorne anfangen muss, wird einem bewusst, wie komplex der Vorgang "Laufen" ist.Theoretisch läuft das so:
Unser normaler Gang lässt sich in eine Schwung-, eine Stand- und eine Abrollphase unterteilen. Bergauf und bergab im unebenen Gelände beeinflussen viele andere Faktoren unser Vorwärtskommen, Steine, Wurzeln, Geröll, ausgewaschene Wege oder stark ansteigendes/abfallendes Gelände. Trittsicherheit ist hier eine ganz wesentliche Voraussetzung für Spaß und Sicherheit am Berg.Die Statistik belegt, dass über die Hälfte der Bergwanderunfälle durch mangelnde Trittsicherheit verursacht wird: Stolpern, Umknicken oder Verlieren des Gleichgewichts. Lassen wir mal falsches Schuhwerk als Ursache außen vor.
Wer ängstlich und verkrampft auf schmalen Pfaden oder im Geröll unterwegs ist, verliert eher das Gleichgewicht, knickt um oder stolpert. Akute Verletzungen sind vorprogrammiert. Aber auch Langzeitschäden können durch unsicheres oder falsches Gehen entstehen. Vor allem Knie- und Hüftgelenke sowie unsere Lendenwirbelsäule leiden unter den Stößen und der extremen Belastung.
Tipps für's Berggehen gibts hier
Durch einen bewussten, sicheren und federnden Gang ist unser Körper frei in seinen Bewegungen und unsere Augen suchen ihm den richtigen Weg durch den Irrgarten der Stolpersteine. Erst dann kann man Tritte und Stufen erkennen, lose von festen Steinen unterscheiden, locker über ausgewaschene Pfade bergab springen (siehe Kasten).
Soweit die Theorie.
Aber was ist mit dem perönlichen Gang, den sich ein Mensch im Laufe seines Lebens angeeignet hat? Ein schlechtes Gangbild wirkt sich auf den gesamten Organismus aus. Und so gibt es X verschiedene Laufstile, die zum Teil als normal gelten, zum Teil korrekturbedürftig sind. Unsere Schuhe zeigen deutlich, ob wir einen Innen- oder Außenknickfuß haben, ob eher Fersen- oder Ballen belastet wird.Orthopädische Einlagen, die dem Fuß anatomisch angepasst werden, können hier Abhilfe schaffen, Beschwerden vorbeugen oder sie lindern. Doch es gibt auch Probleme, die sich nicht mit Einlagen oder Gehhilfen (Teleskopstöcken) beheben lassen.
Daher geht die Schweizerin in ihren Seminaren neue Wege. Neben Kajak-, Tiefschnee- und Snowboardfahren bietet sie auch Wander-Seminare an. Eins ist aber allen gemein: Es geht um eine spielerische Herangehensweise, bei der der Körper auf das jeweilige Element reagiert und dann ganz von selbst harmonisch damit umgeht.
Tipps für's Berggehen gibts hier
"Zu mir kommen Bergsportler mit Knieschwierigkeiten oder Atemproblemen genauso wie Menschen, die einfach unzufrieden damit sind, wie sie sich bewegen. Viele sind zu verkrampft unterwegs oder stellen fest, dass ihre Augen nur noch den Boden fokussieren und sie von der Landschaft gar nichts mehr sehen."
Steinmann versucht den Kursteilnehmern
dann bewusst zu machen, "wie nehm’ ich meinen Körper war. Wir machen kein Übungs- oder Stretching-Programm mit den Leuten. Allein durch das ‚Bewusst machen‘ und das ‚innere Betrachten‘ ändert sich der Muskeltonus.Zusammenhänge werden deutlich und die bisherigen Abläufe können objektiv betrachtet werden. Erst wenn das kontraproduktive Denken aufhört - also Hemmungen, Vorsichtsmaßnahmen und Ängste abgelegt werden können, ist eine Neuordnung möglich." Und die, so schwärmt Steinmann, stellt sich bei den Kursteilnehmern dann ganz spontan und intensiv ein.
Plötzlich entdecken sie den Spaß an der Sache. "Sie sind sich über sich selbst sicher und können dann auch sicher auf dem Boden stehen. Sie wissen wieder, dass sie sich auf sich selbst verlassen können, auch wenn der Boden uneben und tückisch ist." Dieses Bewusstsein ‚es hält in mir‘ schreibt die Expertin der so genannten ‚Körperintelligenz‘ zu.
Etwas, das tief in uns wohnt, manchmal aber durch alles, womit wir uns belasten, verschüttet wird. Wie wir es wieder ausgraben können? "Eine Auszeit nehmen, hinsetzen, Augen zu, sich nach innen wenden." Und unterwegs? "Machen Sie es wie die Nepalis, die schleppen zentnerschwere Lasten die Berge hoch und haben trotzdem immer ein Lachen im Gesicht. Sie haben eine leichtere Art, das Leben zu nehmen. Sorglos und freudvoll."
Text: Silke Meusel
Aus ALPIN 05/07
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