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Ihre Entscheidung, die Gruppe weiterziehen zu lassen, war richtig. Die Pause im Beisein ihrer Tochter hat sie so weit zu Kräften kommen lassen, dass sie sich auf dem Rückweg wieder der Gruppe anschließen konnte.
Mindestens ebenso wichtig war es, anschließend den Arzt aufzusuchen und die Sache nicht als lapidaren Schwächeanfall abzutun. Denn das führt dazu, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen unerkannt bleiben und zum Infarkt führen.
Sport kann helfen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Denn für Ausdauertraining ist ein erhöhtes Blutvolumen erforderlich, gleichzeitig fließt das Blut besser und leichter durch die Adern. So können gefährliche Blutpfropfen gar nicht erst entstehen. Cholesterin und Fette haben keine Chance, sich in den Arterien abzulagern. Es ist auch gut zu wissen, dass nicht nur schlechtes Cholesterin verschwindet, es wird im Gegenzug auch mehr gutes Cholesterin produziert. Das kann Arteriosklerose vorbeugen.
Außerdem stärkt Sport das Immunsystem und senkt den Blutdruck. Studien haben ergeben, dass bereits 45 bis 60 Minuten Sport viermal pro Woche das Risiko von H-K-Erkrankungen senkt. Warum uns gerade der Ausdauersport an der frischen Luft besonders gut tut, zeigt ein Blick auf die Anatomie und die chemischen Prozesse zwischen Lunge und Herz.
Leistungs-Parameter
Strengt sich der Mensch an, pumpt das Herz mehr Blut durch die Adern, um den gesteigerten Sauerstoffbedarf der Muskulatur decken zu können.
Die roten Blutkörperchen nehmen den Sauerstoff auf und geben dafür Kohlendioxid ab, dieses atmet die Lunge aus. Das Blut transportiert den Sauerstoff vom Herz zu Organen, Muskeln, Gehirn. Sauerstoff ist für die Energiegewinnung im Körper lebensnotwendig. Und daher ist auch die Menge des Sauerstoffs ausschlaggebend für die sportliche Leistung. An ihr lässt sich Ausdauer messen: die so genannte aerobe Kapazität ist die Messlatte für jeden Ausdauersportler.
In Leistungstests kann unter einigem technischen Aufwand gemessen werden, wie viel Sauerstoff die Lunge aufnehmen kann. Außerdem ist entscheidend, wie viele rote Blutkörperchen das Herz durch die Lunge pumpt. Denn je mehr das sind, desto mehr Sauerstoff gelangt in den Kreislauf und damit in die Muskelzellen. Gemeinsam mit den Werten der Kohlenhydrat- bzw. Fett-Verbrennung ergibt das - unter Berücksichtigung des Körpergewichts - die aerobe Kapazität (VO2max).
Eine Zahl, die viel über die Leistung sagt. Und Ausdauersport bedeutet Leistung ohne zu ermüden. Ist der Organismus gut trainiert, kann er etwas leisten und sich gleichzeitig regenerieren. Besonders gefordert werden dabei der Herzmuskel und der Haupt-Atemmuskel, das ist das Zwerchfell. Sie arbeiten ununterbrochen, in Ruhe pumpen sie pro Minute fünf Liter Blut durch den Organismus und gewährleisten so, dass alle Muskeln mit Sauerstoff versorgt werden.
Unter Belastung steigt diese Leistung an: rennt man schnell mal zum Bus, schlägt das Herz schneller, der Puls steigt. Ist das Herz dagegen gut trainiert, schlägt es nicht sehr viel schneller, pumpt aber mehr Blut. Ausdauersportler haben daher meist ein größeres Herz mit einer größeren Pumpkraft: Bei topp-trainierten Ausdauersportlern wurden schon 32 Liter pro Minute gemessen!
Wie hält man Herz und Lunge fit?
Es muss ja nicht gleich das super Sportlerherz sein, nachdem man strebt. Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft macht nicht nur Spaß, sondern stärkt auch Herz und Kreislauf für den alltäglichen Hürdenlauf im Beruf.Dr. Gertraud Burkert hat auf den Rat der Ärzte gehört und ihr Amt als Bürgermeisterin zum Jahresende 2005 niedergelegt. Denn was nützt der "schönste Job der Welt", wenn er so an den Kräften zehrt, dass man ihn nicht mehr mit vollem Elan ausführen kann. "Ich nehme mir vor", sagt Burkert, "herauszufinden, was ich noch kann. Unter ärztlicher Aufsicht werde ich in einer Herzklinik und anschließend auf Reha meine Kondition wieder auf Vordermann bringen und dann geht gewiss wieder die eine oder andere Bergtour."
Fazit: Gerade Bergsport ist ein optimales Training für Herz und Kreislauf. Deshalb unser Tipp: Gehen Sie so oft wie möglich in die Berge, das hält fit.
Text: Silke Meusel (Text gekürzt)
Artikel aus ALPIN 03/2006
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