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ALPIN-Marktübersicht aus ALPIN 06/10

Bergsocken: Komfort für die Füße

25.05.2010 09:54:08
Früher gab es Kniestrümpfe, dann traten die blütenweißen Tennissocken ihren Siegeszug an und heute steht man in Sachen „Fußkleid“ vor ganz neuen Herausforderungen.
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Besonderheit: die X-Socks haben eine eingebaute, zweite Socke.
Unterschiedlichste Modelle mit vermeintlich klangvoll- kreativen Namen wie Devils Peak Sock (Teufelspitze-Socke), Air Revolution Sock (Luftrevolutions- Socke) oder Wildlife-Sock (Wildnis-Socke) füllen die Regale der Sportgeschäfte – aufgereiht nach jeder erdenklichen und unerdenklichen Fortbewegungsform wie Hiking, Biking, Trekking oder Running.

Ob all die Abgrenzungen sinnvoll und notwendig sind, sei dahingestellt. Tatsache ist, dass bei Kurzzeitsportarten wie Joggen ein höherer Baumwollanteil günstig ist. Baumwolle kann kurzfristig bis zu 40 Prozent des Eigengewichts an Flüssigkeit aufnehmen und speichern.

Dafür ist die Socke dann aber auch nass und bleibt lange nass. Ergo: Nix fürs Wandern und Bergsteigen! Hier sollte man zu speziellen Funktionssocken greifen.

Inzwischen gibt es echte Hightech-Produkte, die nicht nur einen deutlich höheren Komfort gegenüber herkömmlichen Socken bieten, sondern im besten Falle Blasen- und Geruchsbildung verhindern.

Wie das funktioniert? Im Prinzip setzen alle renommierten Hersteller wie Falke, Rohner oder Meindl auf einen mehrschichtigen Kunstfaser-Materialaufbau, um den Schweiß möglichst schnell von der Haut abzutransportieren. Denn die Feuchtigkeit ist der Ursprung allen Übels und aller schmerzhaften Blasen.

Jede Firma benutzt ihren eigenen Fasermix. Die Kunstgarne im Einzelnen zu diskutieren, würde den Rahmen sprengen. Mit einer Ausnahme: die Polyesterfaser Coolmax. Das Kunstgarn leitet nicht nur die Feuchtigkeit ab, sondern wirkt auch kühlend. Ein Tipp für Leute, die an den Füßen stark schwitzen.
Zur Bildergalerie Bergsocken mit ausführlichen Infos
Natürlich sind Funktionssocken keine Wunderwerke, den Materialien sind Grenzen gesetzt: Bei einem schweißtreibenden Aufstieg wird jeder noch so tolle Hightech-Strumpf zumindest feucht. Aber eben nur feucht und nicht triefend nass.

Wichtig: Wer Wanderschuhe mit wasserdicht-atmungsaktiver Membran wie Gore Tex oder gar reine Lederschuhe trägt, sollte Funktionssocken mit hohem Wollanteil verwenden.

Der Naturstoff Wolle hat gute dampfabsorbierende Eigenschaften. Fast jeder Hersteller hat Modelle mit Wolle im Sortiment. Konkurrenz kriegen Falke und Co. von innovativen Schmieden wie Icebreaker oder Smartwool, die ausschließlich Socken mit sehr hohem Merinowollanteil (meist über 75 Prozent) führen und mit ihrer Nachhaltigkeitsstrategie gute Umsätze machen.

Mit einem Preis von 17,95 Euro die billigsten Socken: TK 2 Cool.
Nicht zu Unrecht, denn neben der sehr guten Thermoregulation besitzt Merinowolle weitere Eigenschaften, die sie für den Outdoor- Bereich sehr attraktiv machen: Die Faser ist schmutzabweisend, sehr elastisch und nimmt im Vergleich zu Kunstfasern deutlich weniger Schweißgeruch an.

Und ganz nebenbei tut man auch etwas für die Umwelt, denn für die Herstellung und das Recycling von Kunstfaser ist deutlich mehr Energie erforderlich.

Ob man sich Blasen läuft, hängt nicht nur von den Socken, sondern natürlich auch von den Schuhen ab. Und hier die richtige Kombination aus Schuh und Socke zu finden, kann eine im wahrsten Sinne des Wortes leidvolle Erfahrung sein.

Prinzipiell ist darauf zu achten, dass der Strumpf wirklich straff und faltenfrei sitzt. Deshalb gilt die Faustregel, bei Grenzgrößen eher zum kleineren Paar zu greifen.

Silberpartikel - Allheilmittel gegen Schweißgeruch?
Um Geruchsbildung entgegenzuwirken, setzen Hersteller vermehrt Silber als Geruchshemmer ein. Das Edelmetall hat antibakterielle Wirkung. Der Einsatz ist aber umstritten:

Zum einen können sich aufgeklebte Silberpartikel auswaschen. Zum anderen beurteilen viele Wissenschaftler die "Silber-Socken" kritisch, denn mit den schädlichen Bakterien verschwinden auch die nützlichen.

Professor J. Peter Guggenbichler von der Uniklinik Erlangen: "Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich im Lauf der Zeit silberresistente Bakterienstämme bilden. Menschen mit gesunden Füßen waschen ihre Socken lieber regelmäßig!"

Text: Romana Bloch

Aus ALPIN 06/10
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25.05.2010 09:54:08
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