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Know-how

Wetter Teil II: Was uns Wolken sagen

17.04.2010 08:34:36
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Das Wetter in den Alpen ist relativ unbeständig, insbesondere in den Übergangsjahreszeiten. Dennoch liegt die Wahrscheinlichkeit bei 70 Prozent, dass sich das Wetter von einem Tag auf den nächsten nicht ändert. Wetterveränderungen sind also in erster Linie bei bestimmten Anzeichen zu erwarten.
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Altocumulus sollte man in den Bergen immer gut im Auge behalten. Werden sie höher und bauen sich auf oder verändern sie sich fast nicht?
Ausgangspunkt der Betrachtung ist ein wolkenloser Himmel - zunächst die beste Voraussetzung fürs Bergsteigen. Sobald jedoch erste Wolken aufziehen, wird es spannend: An schönen Sommer-tagen bilden sich oft Haufenwolken (Cumulus).

Sie lösen sich meist im Laufe des Tages wieder auf, sollten vom Bergsteiger aber kontinuierlich beobachtet werden: Wenn sie sich verdichten und auftürmen, ist Vorsicht angebracht - ein Wärmegewitter entsteht. Die Cumulus-Wolken quellen weiter und bilden kilometerhohe Wolkentürme (Cumulonimbus), die oben oft ambossförmig ausfransen. Spätestens jetzt sollte die Bergtour abgebrochen werden.
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Eine wichtige Regel ist also:

Zunehmende Bewölkung bedeutet oft nichts Gutes, vor allem wenn die Wolken sich auftürmen und dabei deutlich höher als breit werden (Cumulus Castellanus). Wolken, die sich bilden und kurz danach wieder auflösen, sind dagegen ein positives Zeichen. So heftig es sein mag, ein Wärmege-witter ist oft nur von kurzer Dauer - danach ist es wieder schön.

Das Dumme an Wolken: Nicht immer sind sie ganz eindeutig einzuordnen. Hier ziehen Stratocumulus-Wolken auf.
Im Winter können die Haufenwol-ken meistens nicht so stark in die Höhe quellen. Sie breiten sich dann eher flach aus und werden Stratocumulus genannt. Diese Haufenwolken sind die häufigste Wolkenart und eine Garantie für stabiles, aber oft trübes Hochdruckwetter. Andere Vettern der Cumuluswolke sind die bekannten Schäfchenwolken (Altocumulus und Cirrocumulus). Sie treten oft bei Föhn auf und gelten als Schlechtwetterboten. Meist bleibt jedoch noch ein Tag Zeit, bis es ungemütlich wird.

Langsame Wetterverschlechterung

Auch wenn Cirruswolken aus westlicher Richtung am Himmel auftauchen, kann man noch in Ruhe absteigen. Cirren sind ein früher Vorbote eines Wetterum-schwungs. Wenn sie sich verdichten, sollte man mit einer Wetter-änderung innerhalb der nächsten 48 Stunden rechnen.
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Auch die Kondensstreifen von Flugzeugen geben Hinweise: Wenn sie sich verbreitern, statt sich schnell aufzulösen, so ist eine Wetterverschlechterung in Sicht. Irgendwann verdichten sich die Cirren zu einem milchigen Schleier (Cirrostratus), durch den das Sonnenlicht noch recht intensiv durchscheint.

Kondensstreifen sagen viel über den Feuchtigkeitsgehalt der Luft aus. Lösen sie sich schnell auf, ist die Luft trocken, verbreitern sie sich, deutet das auf hohe Luftfeuchtigkeit hin.
Außerdem bilden sich optische Erscheinungen wie Nebensonnen oder Halos (vgl. auch Wetter Teil I). Der Schleier wird zu einer dicken Schicht (Altostratus) und die Sonne ist oft nur noch wie hinter einem Milchglas zu sehen. Es wird immer dunkler, die Fernsicht am Boden ist paradoxerweise jedoch sehr gut!

Und dann ist sie da, die langweiligste Wolke: Nimbostratus bildet sich unter den anderen Wolken und schiebt sich zwischen die Berge. Regen oder Schneefall setzen ein. Der Himmel ist über Hunderte von Kilometern strukturlos und einförmig, keine Aufhellung ist zu sehen. Das kann einige Tage so gehen, bis sich erste Strukturen bilden, die Wolken aufhellen und in Cumuli auflösen. Das Wetter wird wieder schön …

Text: Markus Lochner

Fazit:

Wer Wolken beobachtet, kann aus der Form, der Entwicklung und der Richtung, aus der sie aufziehen, Rückschlüsse auf die Wetterentwicklung ziehen.

Aus ALPIN 07/2006
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