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"Abendrot - Schönwetterbot!" Morgenrot hingegen verheißt für den Alpinisten nichts Gutes. Dann sollte die Tourenplanung defensiv sein.
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Verschiedene Komponenten liefern Indizien für die Entwicklung des Wetters: Am auffälligsten sind dabei der Wind und die Wolken. Doch auch Luftdruck, Luftfeuchtigkeit und Temperatur können beobachtet werden. Optische Erscheinungen am Himmel und das Verhalten der Tiere und Pflanzen geben weitere Indizien. Dabei gilt immer die Faustregel: Langsame Veränderungen des Wetters führen zu anhaltenden Wetterlagen. Schnelle Veränderungen sind meist nur von kurzer Dauer - es wird unbeständig.
Wind
Zunehmender oder starker Wind ist meist Zeichen einer Wetterverschlechterung. Neben der Stärke ist aber insbesondere die Windrichtung aussagekräftig: Wind aus den Richtungen Ost oder Nordost ist generell verantwortlich für trockene Luft, die im Winter heftige Kälte und im Sommer starke Hitze aus dem kontinentalen Osteuropa liefert. Dabei bleibt das Wetter meistens über Tage hinweg stabil. Wind aus den Richtungen Südwest bis Nordwest bedeutet meist kühles, wechselhaftes und regnerisches Wetter.Luftdruck
Sinkender Luftdruck zeigt die Entwicklung eines Tiefdruckgebietes an, während steigender Luftdruck eine Schönwetterphase (also ein Hochdruckgebiet) einläutet. Mithilfe des Höhenmessers (oder des Barometers) kann die Entwicklung des Luftdruckes beobachtet werden, doch auch andere Anzeichen geben Auskunft: Am Rauch aus Kaminen lässt sich recht gut die Windentwicklung ablesen.Zur Fotogalerie Online-Kurs: Wetteranzeichen
Bei Windstille ist die Rauchsäule jedoch ein noch besserer Indikator für die Wetterentwicklung: Eine steil in die Höhe steigende Rauchsäule ist ein eindeutiger Hinweis auf stabil gutes Wetter. Rauch, der waagrecht oder schräg in die Luft zieht, zeigt dagegen, dass der Luftdruck gering und die weitere Wetterentwicklung eher schlecht ist.
Feuchtigkeit
Je höher der Anteil der Feuchtigkeit in der Luft, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer Wetterverschlechterung. Hohe Luftfeuchtigkeit ist für den Menschen spürbar (z. B. sommerliche Schwüle), doch sie kann auch an verschiedenen Anzeichen in der Natur erkannt werden: Aufsteigende Nebelschwaden (z. B. dampfender Wald) sind ein Indiz für hohe Luftfeuchtigkeit. Auch an Felsen und Holz ist Feuchtigkeit erkennbar: Sie erscheinen dunkler oder es bilden sich dunkle Flecken aus.Außerdem leitet feuchte Luft den Schall besser als trockene Luft. Auffällige Hörbarkeit von weit entfernten Geräuschen kann also ein Hinweis auf eine Wetterverschlechterung sein. Und noch eine alte Weisheit: Öfen (z. B. in einer Hütte oder einem Winterraum) ziehen kurz vor einer Wetterverschlechterung nicht mehr richtig gut.
Temperatur
Sinkende Temperaturen im Sommer, insbesondere rascher Temperaturrückgang, sind meist Anzeichen eines Schlechtwettereinbruchs. Im Winter dagegen sind sinkende Temperaturen oft Zeichen einer beständigen Witterung, steigende Temperatur führt zu nasskaltem Tau-wetter.Optische Erscheinungen
Morgens und abends erscheint die Sonnen-umgebung oft gelb und rot. Als alte Faustregel gilt dabei: Morgenrot und Abendgrau zeigen Wetterverschlechterung an (Morgenrot - Bergsteigertod). Morgengrau und AbendrotZur Fotogalerie Online-Kurs: Wetteranzeichen
Ein anderer wichtiger Wetterbote sind so genannte "Halos", scheinbare Ringe, die sich um Sonne oder Mond bilden. Sie sind der Nachweis, dass Feuchtigkeit in der Luft vorhanden ist. Ein baldiges Absinken der Wolken setzt ein, der Regen folgt in den nächsten Stunden.
Tiere und Pflanzen
Tiere haben eine tägliche Routine, die sie unter gleichbleibenden Bedingungen nicht ändern. Wenn sie diese Routine jedoch ändern, wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit bald auch das Wetter ändern. Bei einem drohenden Wettersturz halten sich z. B. Gämsen eher in den Bergwäldern auf (dort finden sie besseren Schutz) oder ziehen sogar bis in Talnähe. Auch Bergdohlen sind ein guter Indikator. Sie fliegen etwa zwei Tage vor einer Wetterverschlechterung in Scharen zu Tal, um Nahrungsgründe auszuspähen.Text : Markus Lochner
Aus ALPIN 06/2006
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