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Bergschule

Steighilfe und Co.: So wird die Skitour zum Genuss

Wann ist die Steighilfe wirklich eine Hilfe? Wie schließe ich den Tourenschuh für den Aufstieg? Was ist beim Umgang mit Fellen zu beachten? Fragen, die über den Erfolg einer Tour entscheiden. Lesen Sie unsere Insider-Tipps.
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Skitouren: Genuss oder Verdruss? Darüber entscheiden auch Ausrüstungsdetails. Foto: dpa.
Man braucht nicht unbedingt ein Sportdiplom, um einen Berg "skibergsteigend" zu erklimmen. Mit gutem Willen, guter Kondition und guter Ausrüstung ist schon viel getan. Gekrönt mit der richtigen Technik, wird der Aufstieg zum Genuss. Abgesehen von diesen Faktoren gibt es etliche wissenswerte Details im Umgang mit der Ausrüstung, die das Skitourenleben nicht nur leichter, sondern auch sicherer machen. Wir stellen Ihnen die wichtigsten vor.

Die Steighilfe

Anscheinend nimmt der "gemeine" Tourengeher den Begriff geradezu wörtlich. Es gibt Vertreter, die schon am Parkplatz die Steighilfe einrasten. Reflex, Gewohnheit oder einfach Unwissen? Wahrscheinlich eine Mischung aus allem. Grundsätzlich gilt: Im Flachen verkürzt der Einsatz der Steighilfe die Schrittlänge und damit die Gleitphase. Das Ergebnis ist ein unrhythmischer, abgehackter Gang mit erhöhtem Kraftaufwand. Schwingendes, ökonomisches Gehen ist nicht möglich.

Im flachen Gelände tabu: die Steighilfe.
Als Richtwert für den Einsatz der Steighilfe werden in der Fachliteratur 25 Grad angegeben. Das kann individuell aber variieren. Technisch versierte Tourengeher mit guter Beweglichkeit im Fußgelenk setzen Steighilfen oft viel später ein als Anfänger. Wichtig ist, dass man ab einer Spurneigung, die zu einer Überdehnung der Unterschenkelmuskulatur und damit der Achillessehne führen würde, die Steighilfe"zu Hilfe" nimmt.

Im besten Fall, das heißt bei einer ideal angelegten Spur, benötigt man die höchste Steighilfen-Stufe so gut wie nie. Braucht man sie doch, ist das meist ein Indiz für eine viel zu steil angelegte Spur (oder für eine schlechte Gehtechnik). Ist es irgendwie vermeidbar, sollte man auf die höchste Steighilfenstufe verzichten.

Losgelöst vom Boden ist die "Stöckelschuh-Haltung" ziemlich gefährlich. Es wird deutlich schwieriger, die Balance zu halten, und bei der Schwerpunktverlagerung kann es leicht passieren, dass man abrutscht und im wahrsten Sinne des Wortes "einen Abflug" macht. Deshalb: Immer eine flachere Spur wählen beziehungsweise anlegen, denn diese ist nicht nur ökonomischer, sondern auch sicherer! Achtung: Bei Verwendung von Harscheisen sollte auf den Einsatz der Steighilfen so weit wie möglich verzichtet werden, um die Griffigkeit der Harscheisen optimal auszunutzen!

Die Schuhe

Die Schuhe sollten im Aufstieg immer locker verschlossen sein.
Ein Thema, bei dem man sich viel Ärger mit seinen Füßen und den Schienbeinen ersparen kann: das richtige Schnüren (oder Fixieren) der Schuhe beim Aufstieg. Oder sollte man besser sagen, das NICHTSchnüren! Ja, Sie haben richtig gelesen. Beim Aufstieg ist es anzuraten, weder Innen- noch Außenschuhe "zuzuknallen".

Wer die Schuhe "handwarm" verschließt, erhöht die Bewegungsfreiheit der Unterschenkel: Damit kann man im Flachen deutlich "ausgreifender" gehen, und die Schuhränder drücken nicht ständig in den Unterschenkel und aufs Schienbein. Ähnlich im steilen Gelände: Man kann deutlich besser sein Gewicht nach vorne verlagern, wenn Innenschuh und Schalenschuh locker schließen. Oft ist es absolut ausreichend, die Schnallen am Schaft nur einzuhängen.

Achtung: Gerade bei Querungen braucht man die Beweglichkeit im Unterschenkel, um den Ski mit seiner ganzen Fläche aufzusetzen. Nur dann kann das Fell ideal greifen.

Tipp: Bei Neigung zu Blasen hilft es bisweilen, beim Aufsteigen die Schnalle über dem Rist zu schließen. Damit verringert man Fersenhub und Reibung der empfindlichen Haut unter dem Fußknöchel.

Die Steigfelle

Die Steigfelle: Spezielle Netze schützen wirksam vor Verschmutzung.
Weinen könnte man manchmal, wenn man sieht, wie Tourengeher mit ihren Fellen umgehen: Nach getaner Arbeit werden sie grob zusammengelegt und lieb- und schutzlos im Rucksack verstaut. Die Strafe folgt auf dem Fuße: Die Felle quittieren ihren Dienst. Nur wer pfleglich mit seinen Fellen umgeht, hat auch lange Freude an ihnen.

Das Zusammenfalten von Klebefläche auf Klebefläche sollte wirklich der Vergangenheit angehören. Denn bei dieser Technik sind die Ränder von taillierten Fellen häufig nicht bedeckt und sie trocknen nicht nur aus, sondern verschmutzen auch stark. Heute werden die Felle in der Regel mit Schutzfolie oder -netz ausgeliefert. Am besten teilt man die Folie bzw. das Netz nach dem Kauf in der Mitte und benutzt jeweils eine Hälfte für ein Fell.

Unerlässlich auf Tour ist auch der Fellsack. Darin sollten die Felle nach dem Aufstieg verstaut werden. Zu Hause oder auf der Hütte hängt man die Felle zum Trocknen auf und verwahrt sie bis zur nächsten Tour im Sack. Er schützt die Felle wirksam vor Verschmutzung und Austrocknung.

Text: Romana Bloch

Aus ALPIN 02/11
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23.11.2014 08:04:14