Über 30 Routen ziehen sich durch die Nordwand des Eiger. Mit "Odyssee" (8a+) ist einer weitere dazu gekommen. Für ihre Erstbegeher - Simon Gietl, Roger Schäli und Robert Jasper - ist sie sogar "die bis dato schwierigste Route" durch die Eigerwand.

Robert Jasper und Roger Schäli kennen sich aus am Eiger; vor allem aber in dessen berüchtigter Nordwand. Hier gelang es der deutsch-schweizerischen Seilschaft immer wieder für Aufsehen zu sorgen:

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"Odyssee"
Dürfen sich über ihren Erfolg freuen: Simon Gietl, Roger Schäli und Robert Jasper (v.li.) | © Robert Jasper

Erste freie Begehung der "Japanerdirettissima" im Jahr 2009, erste freien Begehung der "Harlin-Direttissima 2010 sowie der "Ghilini-Piola Direttissima" 2013 sprechen für sich.

Mit Simon Gietl holten sich das eingespielte Duo einen starken Partner ins Team, um im Sommer 2015 ein lange verfolgtes Neuprojekt zum Abschluß zu bringen.

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Beim nächsten Zug: Roger Schäli in "Odyssee". | © Robert Jasper

Bei "Odyssee" führt die Kletterei vom Wandfuß zuerst über bekanntes Gelände der klassischen Heckmair-Route bis zum Stollenloch. In der Wandzone der Roten Fluh wird dann extremes Neuland betreten.

Überhängend geht es in direkter Linienführung hinauf. Der Fels ist hier über weite Strecken erstaunlich gut und sehr kompakt.

"Dieses Jahr stimmte aber alles auf den Punkt! Die Motivation war sehr hoch und wir waren 100% fit. Das hätte aber nie gereicht! Wir hatten auch noch großes Wetterglück! Der zweitbeste Sommer seit 150 Jahren!, so Robert Jasper in der Rückschau.

Ab Wandmitte griff dann Gietl mit ins Geschehen ein. Für Schäli und Gietl ein echter Gewinn: "Simon brachte frischen Wind in unser Team und unterstützte uns tatkräftig! Wir wuchsen zu einer sehr schlagkräftigen Seilschaft zusammen!"

Einerseits wurde die Erstbegehung immer weiter voran getrieben, gleichzeitig wurden aber auch alle Seillängen im "Team- Rotpunkt -Style" frei geklettert.

"Wir lebten zwei Monate - fast ununterbrochen - in der schattigen und eiskalten Nordwand und nutzten jede Chance! Als wir dann im Nebel bei einbrechender Dunkelheit den Ausstieg erreichten war das ein unbeschreiblicher Moment. Unsere Irrfahrt durch die Steilwand, unsere Odyssee, fand ein gutes Ende", so Jasper.

Facts:

Erstbegehung: Versuche/ Vorbereitung: 2009 bis 2013 durch Robert Jasper und Roger Schäli. Erstbegehung der gesamten Route im Juli- August 2015 durch Robert Jasper (D) , Roger Schäli (CH) und Simon Gietl (I) im "Team- Rotpunkt –Style".

Charakter: Sehr ernsthafte Hochalpine Bigwall-Route in der Eiger Nordwand. Die Absicherung ist sportlich mit rostfreien M10 Petzl-Bohrhaken und z.T. im "Trad Style" mit Schlaghaken. Es werden zur weiteren Absicherung zwei Sätze Camlots benutzt. Für den Notfall empfiehlt sich die Mitnahme eines Hammers, 2-3 Messerhaken und 2 Pecker. (Expo bis E5!)

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