Der Sahara-Sommer gönnt sich gerade eine Pause. Doch die extremen Temperaturen der vergangenen Wochen haben nicht nur Tieren und Menschen zugesetzt, sondern vor allem der Natur. In den Alpen sind die Auswirkungen der Hitze teilweise gravierend.

Dass es um die weißen Riesen nicht zum Besten steht, ist bekannt. Die Lage der Gletscher wird durch die hohen Temperaturen in diesem Sommer zusätzlich verschärft. Denn die - mancherorts eh nur noch dürftige - Schneedecke schmilzt, die Gletscher verlieren ihren wichtigsten Schutzschild und apern aus.

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Zurück bleibt "schwarzes, schmutziges Eis", wie Michael Zemp vom 'World Glacier Monitoring Service' erklärt, dass den Prozess der Gletscherschmelze "wiederum beschleunigt". In den Bergtälern steigt dadurch die Hochwassergefahr, da Flüße und Bäche durch das Schmelzwasser rasch ansteigen. 

Der Rückgang von Schnee und Eis lässt wiederum die Steinschlaggefahr weiter ansteigen. "Dieses Jahr ist es verrückt. Steine fallen von allen Bergflanken herab, der Fels bröckelt", so Roger Burri, der Hüttenwart der Saleina-Hütte im Wallis gegenüber blick.ch. 

Und Heidi Altweger Hüttenwartin von Sasc-Furä-Hütte im Bergell ergänzt: "Wir rechnen damit, dass es hier bald zu einem noch grösseren Bergsturz kommt." 2011 hatte sich an der Nordflanke des Pizzo Cengalo ein schwerer Felsabgang ereignet, und den wichtigen Übergang zur Sciora-Hütte unpassierbar gemacht.

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Wie Altweger und Burri haben diesen Sommer auch andere Hüttenwirte mit den Folgen der hohen Temperaturen im Alpenraum zu kämpfen. Aufgrund der angespanten Steinschlaggefahr sind in diesem Jahr besonders viele Wege und Zustiege gesperrt worden - manche dauerhaft, manche nur vorübergehend.

 Prominenteste Beispiele hierfür sind der Zustieg zur Goûter-Hütte am Mont Blanc sowie der Lion-Grat am Matterhorn. Hier waren Ende Juli 25 Alpinisten aufgrund von mehreren Felsrutschen in Bergnot geraten.

Bergsteiger müssten ihre Tourenplanung den veränderten Bedingungen anpassen, fordert Ueli Mosimann vom Schweizer Alpen-Club (SAC). Der Leiter der Fachgruppe "Sicherheit im Bergsport" prognostiziert, dass "gewisse Touren" zukünftig einfach nicht mehr machbar sein werden. 

"Die Veränderungen in den Bergen sind schon extrem", fasst Bruno Jelk, der langjährige Chef der Zermatter Bergrettung, die Entwicklung zusammen.

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