Der jüngste Gletscherbericht des Oesterreichischen Alpenvereins (OeAV) gibt erstmals wieder etwas Anlass zur Hoffnung. Nachdem in den vergangenen Jahren bei fast allen Gletschern auf dem Gebiet der Alpenrepublik starke Rückkänge verzeichnet werden mussten, gab es 2013 erstmals wieder zwei Vorstöße, die Zahl der stationären Gletscher ist sogar gestiegen.

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Grund zur Entwarnung bietet der jüngst veröffentlichte Gletscherbericht 2013 allerdings nicht. Im Gegenteil. Auch im Beobachtungszeitraum 2012/2013 sind 90 Prozent der österreichischen Gletscher zurückgeschmolzen. Und die Zungen der großen Talgletscher weisen weiterhin enorme Rückgänge von bis zu -173 Metern (wie am Schalfferner in den Ötztaler Alpen) auf.

Allerdings konnten die Experten des OeAV eine geringere Abschmelzung als in den Vorjahren zu erkennen. Der durchschnittliche Längenverlust der Gletscher beträgt nun 15,4 Meter.

Gletschermesser im Einsatz: Die Einmessung der Gletscherzungen im Rofental mit differentiellem GPS (Foto: OeAV / N. Span).
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Neu ist allerdings der Vorstoß von zwei Gletschern in der Granatspitzgruppe und in der Ankogel-Hochalmspitzgruppe. So sind das Kalser Bärenkopf-Kees und das Kleinelend-Kees erstmals wieder gewachsen (um 2,5 Meter bzw. um 1,8 Meter Länge).

Sieben weitere Gletscher sind im aktuellen Beobachtungszeitraum stationär geblieben. Im Vorjahr waren 98 Prozent der Gletscher zurückgegangen, nur zwei Prozent waren unverändert geblieben.

Wetterextreme schützten die Gletscher

Den verzögerten Gletscherrückgang im vergangenen Jahr begründet die Glaziologin Dr. Andrea Fischer, Leiterin des Alpenverein-Gletschermessdienstes, mit den meteorologischen Extremen im Jahr 2013: "Die Starkniederschläge Anfang Juni haben noch bis zu eineinhalb Meter Schnee im Hochgebirge deponiert."

"Unter dieser Schutzschicht konnten die Gletscher die Rekordtemperaturen im Sommer besser überstehen und sind erst spät ausgeapert. Auch die Schneefälle im August und September haben die Schmelzsaison deutlich verkürzt."

Große Längenverluste bei den Gletscherzungen im Tal

Während die hochgelegenen Gletscher von den Niederschlägen profitierten, mussten die Eiszungen in den Tälern aber auch im aktuellen Berichtsjahr enorme Längenverluste hinnehmen. Der Schalfferner und der Gepatschferner in den Ötztaler Alpen schrumpften beide um über 100 Meter (-173 bzw. -114 m).

Die "Gletscherfrau": Dr. Andrea Fischer, Leiterin des Alpenverein-Gletschermessdienstes (Foto: OeAV / G.Benedikter).

Sieben Gletscher sind um mehr als 30 Meter zurückgeschmolzen. Starke Rückgänge wurden etwa beim Obersulzbachkees (-75,5 m), dem Niederjochferner (-47,5 m), dem Untersulzbachkees (-39,9 m) sowie bei der letztjährigen Rekordhalterin, der Pasterze (-41 m - im Vergleich zu -97,3 Metern im Vorjahr), registriert.

Spannendes Gletscherjahr mit erfreulichen Tendenzen

"Das Berichtsjahr 2013 war durch die meteorologischen Extreme wie Starkniederschläge und Temperaturrekorde extrem spannend. Es ist erfreulich zu sehen, wie schnell einzelne Gletscher wieder vorstoßen können."

"Auch wenn dies auch noch lange keine Trendumkehr darstellt, zeigt es wie schnell kleine Gletscher reagieren", kommentiert Gletscherforscherin Fischer die Daten aus dem Gletscherbericht des Alpenvereins.

Gesammelte Gletscherberichte und Informationen zum Gletschermessdienst finden Sie unter: www.alpenverein.at/gletscher

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