Am Donnerstag legte der DAV seine Bergunfallstatistik 2011 vor. Alarmierend sind die Unfallzahlen beim Klettersteiggehen. Klettersteiggeher sind den Anforderungen des angestrebte Klettersteigs oft nicht gewachsen und erleiden einen Unfall. Auf das bitterste wurde dieses Ergebnis der Untersuchung am Sonntag auf dem "Direttissima"-Klettersteig am Walchsee bestätigt. Ein 17-Jähriger stürzte in den Tod.

Wurde zur Unfallstelle gerufen: Der Notarzthubschrauber Christophorus 4. Bild: www.christophorus4.org.
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Der Jugendliche startete am Sonntagmorgen in Begleitung eines 32-jährigen Bekannten gegen 09:30 Uhr in den Klettersteig im Bereich der Ottenalm. Der Steig mit langen und fordernden Vertikalpassagen ist in der Führer-Literatur mit Schwierigkeit D-E (sehr bis extrem schwierig) angegeben, definitiv also kein Anfänger-Klettersteig. Erfahrung mit Steigen dieser Schwierigkeit hatte nach Behördenangaben keiner der beiden Kletterer.

Eine Stunde nach dem Start ging dem jungen Deutschen aus Remscheid die Kraft aus. Er sürzte etwa drei Meter tief. Statt am nächsten Fixpunkt des Steiges hart gebremst zu werden, rissen die Schlauchbänder des geliehenen Klettersteigsets, woraufhin der 17-Jährige etwa 100 Meter nahezu senkrecht in die Tiefe stürzte. Die herbeigerufenen Rettungskräfte konnten nur noch den Tod des jungen Mannes feststellen.

Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung aufgenommen. Gutachter sollen das gerissene Klettersteigset untersuchen. Denn eigentlich muss ein Set eine Belastung wie die geschilderte aushalten. War das Set bereits - etwa durch einen vorhergehenden Unfall - beschädigt? Lag ein Material- bzw. Konstruktionsfehler vor?

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Die Eltern des jungen Mannes wussten von der geplanten Bergtour und hatten ihr Einverständnis gegeben. Ein Krisen-Interventionsteam leistete im Ferien-Quartier der Familie in Walchsee psychologische Hilfe.

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