Was für Filmschaffende der Oscar, ist für Alpinisten der Piolet d'Or. Bereits zum 20. Mal wird die wohl prestigeträchtigste Auszeichnung für Profibergsteiger verliehen. Dabei hat die Jubiläumsveranstaltung Ende März einen bitteren Beigeschmack: Zu den Nominierten zählt auch Bjørn-Eivind Årtun für eine neue Route am Torre Egger in Patagonien. Der norwegische Extrembergsteiger ist am 10. Februar 2012 tödlich verunglückt.

War an den höchsten Bergen der Welt unterwegs: Robert Paragot (Foto: pioletsdor.com).
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Während die Gewinner des Piolet d`or 2012 erst am 24. März bekannt gegeben werden, steht der Preisträger des " Lifetime Achievement Award " bereits fest. Für sein Lebenswerk wird der französische Alpinist Robert Paragot geehrt, der mit seinen Besteigungen - Aconcagua Südwand, Mustagh Tower, Jannu, Huascaran Nordwand und Makalu - in den 50er-, 60er- und 70er-Jahren für Aufsehen gesorgt hatte.

Paragot steht damit in direkter Nachfolge zu Doug Scott, Reinhold Messner und Walter Bonatti, die in den Jahren zuvor mit dem Award ausgezeichnet worden waren. Aus Gedenken an den ersten Träger des "Lifetime Achievement Award" wurde der Preis nun in "Piolet d’Or Lifetime Achievement, Walter Bonatti Award" umbenannt.

Piolets d'Or 2012: Die Nominierten

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Über einen Monat hatte die sechsköpfige Jury - bestehend aus den Alpinisten Michael Kennedy, Valeri Babanov Alberto Inurrategi, Liu Yong und Ines Papert sowie dem Journalisten Alessandro Filippini - darüber beraten, welche Besteigungen des vergangenen Jahres für preiswürdig erachtet werden können.

Aus 88 Routen die 2011 in den Bergen der Welt Erstbegangen wurden, galt es sechs herauszufiltern, die in punkto alpinistische Schwierigkeit, Stil, Innovationskraft und Teamgeist Maßstäbe gesetzt hatten.

Nominiert: Der kürzlich tödlich verunglückte Extrembergsteiger Bjørn-Eivind Årtun (Foto: norrona.com).

Für den Piolet d'Or 2012 nominiert wurden schließlich die beiden kasachischen Bergsteiger Gennadiy Durov und Denis Urubko für ihre neue Route "Dollar Rod" am Pik Pobeda (7439m) in Kirgisistan, die amerikanische Seilschaft Mark Richey , Steve Swenson and Freddie Wilkinson für ihre Erstbesteigung des Saser Kangri II (7518m) im indischen Teil des Karakorum, die beiden jungen Slowenen Nejc Marcic und Luka Strazar für ihre neue Route an der Nordwestwand des K7 West (6615m) in Pakistan, das slowenische Trio Ales Holc , Peter Juvan und Igor Kremser für ihre Erstbegehung des Xuelian North-East (6249m) in China, die Amerikaner Conrad Anker , Jimmy Chin and Renan Ozturk für die Vollendeung der berühmten Route "Shark’s Fin" am Meru Central (6310m) in Indien und schließlich das norgwegische Duo Ole Lied und Bjørn-Eivind Årtun für seine neue Route "Venas Azules" am Torre Egger (2850m) in Patagonien.

Letztgenannter wird bei der Preisverleihung in Chamonix schmerzlich vermisst werden: Am 10. Februar diesen Jahres verunglückte Årtun bei dem Versuch, eine neue Route am Kjerag (Norwegen) zu begehen, mit seinem Partner Stein-Ivar Gravdal tödlich.

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