Neben dem K2 ist der Nanga Parbat der einzige Achttausender, der noch nicht im Winter bestiegen werden konnte. Dies ist für viele Spitzenalpinisten Anreiz genug, eine Besteigung am "Killer Mountain" unter verschärften Bedingungen zu versuchen. Neben David Göttler und Simone Moro warten noch andere Profibergsteiger auf ihre Chance. Ralf Dujmovits gehört nicht mehr dazu.

Unterwegs Richtung Base Camp: David Göttler, Simone Moro und Emili Previtali (Foto: David Göttler / The North Face).
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Während Moro, Göttler und Previtali inzwischen im Basecamp auf der Südwestseite des Nanga Parbat angekommen sind , ist ein polnisches Team unter Führung von Tomasz Mackiewicz schon ein paar Höhenmeter weiter. Zusammem mit Marek Klonowski, Jacek Teler und Pawel Dunaj befindet sich der erfahrene Höhenbergsteiger bereits in der mächtigen Rupalwand, um diese über die Schell-Route zu durchsteigen. Ein Plan, den auch Moro und Göttler verfolgen.

Ganz anders Ralf Dujmovits. Der erfolgreichste deutsche Höhenbergsteiger wollte solo via Messner-Route auf den Gipfel des neunthöchsten Achttausenders gelangen. Die von Messner ebenfalls im Alleingang 1978 eröffnete Linie gilt zwar als klettertechnisch weniger anspruchsvoll als die Routen auf der Rupal-Seite, weist aber die größeren objektiven Gefahren auf: Die von Hängegletschern mit riesigen Séracs durchsetzte Wand gilt als extrem lawinengefährdet.

Schaufeln auf der Diamir-Seite: Darek Zaluski bei Workout im Basecamp (Foto: Ralf Dujmovits).
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Nachdem sich Dujmovits bis auf eine Höhe von 5500 Metern vorgearbeitet hatte, entschloss er sich zum Abbruch des Vorhabens. In seinem Expeditionsbericht begründet der 52-Jährige seine Entscheidung wie folgt:

"Am ersten Tag mit wirklich guten Wetterverhältnissen, dem 01/01/2014, der ein akkurates Inspizieren der Messner-Route per Fernglas erlaubte, erkenne ich im rechten Teil der großen Serac-Barriere - die über dem unteren Teil der Messner-Route hängt - zwei freistehende, überhängende Eistürme.

Beide sind zur Eisbarriere hin eingerissen und bereits nach außen geneigt. Bei einem weiteren Erkunden der Route und natürlich dann auch bei einem Durchstieg Richtung Gipfel und beim Abstieg wäre jeweils über längere Strecken ein Aufenthalt in unmittelbarer Falllinie dieser Eistürme unumgänglich. Nach genauem Abwägen der Situation habe ich mich nun heute morgen [...] zu einem Abbruch der Expedition entschlossen."

Ob Daniele Nardi bereit ist, dieses Risiko einzugehen? Der Italiener wird am 20. Januar im Basislager auf der Diamirseite erwartet. Wie zuvor Dujmovits möchte auch Nardi den Nanga Parbat im Alleingang bezwingen.

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