Kurt Alberts tödlicher Sturz am Höhenglücksteig nahe Hersbruck Ende September gab Freunden, Fans und der Polizei Rätsel auf. Wie konnte die erfahrene Kletter-Legende in einem leichten Abschnitt eines Klettersteiges abstürzen? Nun gaben die Experten der Polizei aus Regensburg das Ergebnis ihrer Ermittlungen bekannt. Es ist erschreckend banal.

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Kurt war am am 26. September am vormittag als einer von drei Führern einer 17-köpfigen Gruppe in den Höhenglücksteig nahe Hirschbach in der Oberpfalz eingestiegen.

Gegen 12:00 Uhr mittags dann das Unfassbare: Kurt stürzte im eigentlich leichten ersten Teilabschnitt des Klettersteiges am "Scharfen Eck". Nach etwa zehn Metern prallte der 56-Jährige zunächst auf einen abschüssigen, mit Gras bewachsenen Felsvorsprung und stürzte dann weitere acht Meter in die Tiefe, bis er schließlich an einem unter dem Fels vorbeiführenden Wanderweg zum Liegen kam.

Mit dem Rettungshubschrauber brachten Sanitäter ihn auf die Intensivstation des Krankenhauses in Erlangen, wo Ärzte um sein Leben kämpfen. Vergeblich. Am 28. September um 20:45 Uhr erlag seinen schweren Verletzungen.

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Eine kleine Fotogalerie zu Kurt Albert finden Sie hier Wie kam es zu dem tödlichen Sturz? Die Ermittlungen der Polizei aus Regensburg sind inzwischen abgeschlossen. In der Pressmeldung der Polizei heißt es u.a.:

"Zur Ausrüstung von Kurt Albert ist zu sagen, dass er einen Sitzgurt getragen hatte, in den er eine abgebundene Bandschlinge mit einem Schraubkarabiner zum Zwecke der Selbstsicherung eingebunden hatte. Nach dem Absturz Alberts war der erwähnte Schraubkarabiner lose im Stahlseil des Klettersteiges hängend vorgefunden worden. Alles zum Thema Sicherheit an Klettersteigen finden Sie in unserem großen Klettersteig-Special auf alpin.de. Dieser Umstand deutet auf einen möglichen versehentlichen Handhabungsfehler durch den Verunglückten hin. Vermutlich hatte sich der Karabiner beim Einhängen in das Sicherungsstahlseil unabsichtlich und ohne dass es der Verunglückte bemerkt hatte aus der in den Klettergurt zur Selbstsicherung eingebundenen Bandschlinge gelöst. Hinweise auf einen Materialfehler haben sich nicht ergeben."

Kurt hat zudem keinen Kletterhelm getragen, sondern lediglich eine Mütze, die auf dem erwähnten Felsvorsprung liegen blieb.

Für eine Fotogalerie der Gedenkfeier klicken Sie auf das Bild oder auf diesen Link. Traurig aber wahr: Wäre Kurt am 28. September mit einem handelsüblichen Klettersteigset in den Höhenglücksteig eingestiegen und hätte er einen Helm getragen, wäre es wohl nie zu einem Sturz mit tödlichem Ausgang gekommen. Es ist zu spät. Doch vielleicht kann uns dies eine Lehre sein.

Jeder, der oft auf Eisenwegen unterwegs ist, kennt die Versuchung, sich an einfachen Klettersteigen oder in leichten Passagen entweder gar nicht oder durch irgendeine Eigenkonstruktion mit nur einen Karabiner zu sichern. Kurts vermeidbarer Sturz zeigt uns, wie gefährlich diese Versuchung ist.

Quelle: Pressemeldung der Bayerischen Polizei

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