Auch Temperaturen von bis zu Minus 25 Grad und hüfttiefer Schnee konnten sie nicht abhalten. Stephan Siegrist, Dani Arnold (beide aus der Schweiz) und dem Deutschen Thomas Senf gelang in Patagonien die erste Winterbesteigung des Torre Egger (2685 m). Die Besteigung gelang in lupenreinem Alpinstil, ohne vorgängiges Anbringen von Fixseilen und Materialdepots.

Starker Alpinist, starker Fotograf: Thomas Senf.
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Am 01. August steig das Trio in die Wand ein. Am nächsten Tag folgte die Route einer mit Eis gefüllt Risslinie. Um Griffe zu finden oder Sicherungen zu legen, musste immer wieder mit dem Hammer das Eis vom Fels entfernt werden. Einen Sieben-Meter-Sturz überstand Senf glücklicherweise unverletzt.

Am späten Abend des 02. August, als sich keine geeignete Biwakstelle fand, beschloss das Trio die Nacht durchzuklettern. Um 03:30 Uhr erreichten sie die Basis des eisigen "Gipfelpilzes". Dieses Gebilde stellte sich ihnen als letzte Bastion auf dem Weg zum Gipfel in die Quere und ist von den Kletterern aus aller Welt als bergsteigerischer Albtraum gefürchtet, da die Kletterei mehr einem ungesichertem Hinaufwühlen im senkrechten Pulverschnee gleicht.

Auf dem Gipfel des Torre Egger: Stephan Siegrist, Dani Arnold und Thomas Senf (v. l.).
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Für diese letzten Seillängen brauchte es Tageslicht. Also gruben sie sich einen Sitz im steilen Schnee und verbrachten vier Stunden im Schlafsack.

Am Morgend es dritten August arbeiteten sie sich schließlich die letzten Höhenmeter über die "Titanic" Route, einen Eis-Kanal auf der Südseite des Pilzes, nach oben und standen schließlich am Mittag des 03. Augusts als erste Menschen im Winter auf dem Gipfel des Torre Egger.

Textquelle: www.stephan-siegrist.ch Bildquelle: www.visualimpact.ch, Thomas Senf

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