Vergangenen Mittwoch brachen Gerlinde Kaltenbrunner und David Göttler vom Basislager des K2 in Richtung Gipfel auf. Zunächst lief alles halbwegs nach Plan, doch dann fielen die beiden aufgrund der schwierigen Bedingungen (starker Wind, Neuschnee) und einer notwendig gewordenen Routenänderung derart hinter ihren Zeitplan zurück, dass sie sich am Sonntag etwa 300 Höhenmeter unter dem Gipfel (8611m) zum Abstieg entschlossen.

Die geplante Aufstiegsroute. Klicken Sie für eine Großansicht! Bild: www.amical.de.
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Am Mittwochmorgen in aller Frühe waren Gerlinde Kaltenbrunner und ihr deutscher Begleiter David Göttler vom Basislager des K2 gestartet. Wetterexperte Karl "Charly" Gabl aus Innsbruck hatte für die kommenden Tage Wetterbedingungen voraus gesagt, die einen Gipfelversuch möglich machten.

Noch am selben Tag kamen die beiden bei teilweise dichtem Schneetreiben nach 1400 Höhenmetern in Lager II an, wo sie ihr erstes Biwak aufbauten. Aufgrund des starken Windes entschloss sich das Team, am Donnerstag dort zu bleiben. Freitag ging es weiter hinauf bis zu einem etwa windgeschützten Platz bei einem großen Felsen (ca. 7250 m), wo Gerlinde und David ihr zweites Biwak einrichteten.

Samstag: Zähes Vorankommen

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Samstagmittag meldete sich die Spitzenbergsteigerin per Funk bei ihrem Ehemann Ralf Dujmovits im Basislager: "Leider kommen wir nicht so gut voran wie erhofft. Der Fels ist sehr brüchig und die beste Aufstiegsroute nicht einfach zu finden."

Zur Fotogalerie "Gerlinde Kaltenbrunner am K2" klicken Sie bitte auf diesen Link. Ralf schreibt in seinem Bericht auf www.gerlinde-kaltenbrunner.at über den Verlauf des Samstag weiter: "Fast den ganzen Nachmittag über können wir weder jemanden im Fels erkennen noch am Funkgerät etwas hören. Erst um 17:00 Uhr sehe ich Gerlinde und David. Die anspruchsvollsten Passagen im Kombi-Gelände haben sie hinter sich." Um kurz nach 18:00 Uhr meldete sich Gerlinde noch mal per Funk von ihrem dritten Biwakplatz: "Es war sehr, sehr anstrengend zu zweit alles zu spuren".

Noch zuversichtlich: David Göttler und Gerlinde Kaltenbrunner beim Aufbruch am Mittwochmorgen. Bild: www.amical.de.

Sonntag: Entscheidung um 14:15 Uhr - Umkehr!

Sonntag dann - am geplanten Gipfeltag - brachen Gerlinde und David um 03:20 Uhr im Schein ihrer Stirnlampen auf. Statt durch den so genannten Flaschenhals zu steigen, wo im vergangenen Jahr elf Bergsteiger ihr Leben ließen , entschieden sich für eine Linie links davon, um eventuellem Eisschlag auszuweichen. Eine sicherere, aber deutlich zeitaufwändigere Aufstiegsvariante. Die beiden kamen nur sehr langsam voran und mussten bei sehr tiefen Temperaturen und starkem Wind durch hüfthohen Schnee spuren.

Um 14:15 Uhr dann der entscheidende Funkkontakt mit Ralf Dujmovits im Basislager: "Die Tageszeit ist zu sehr fortgeschritten, die Schwierigkeiten in den Felsen links neben dem Flaschenhals haben so viel Zeit gefordert, dass ein Erreichen des Gipfels zu einer vernünftigen Tageszeit nicht mehr möglich sein wird. Abstieg!"

Gegen 22:30 Uhr erreichten die beiden den Einstieg der Cesen Route und stiegen anschließend weiter ins Basialager ab. Gerlinde Kaltenbrunner ist damit bereits zum zweiten Mal am zweithöchsten Berg der Erde gescheitert. Hätte der Besteigungsversuch geklappt, wäre die Oberösterreicherin die erste Frau gewesen, die auf 13 Achttausendern gestanden hätte. Derzeit überlegen Gerlinde, David und Ralf, ob ein weiterer Versuch sinnvoll ist. Die Saison am K2 dauert bis Mitte August.

ALPIN gratuliert zur vorbildlichen Entscheidung, nicht um jeden Preis einen "Gipfelsieg" erringen zu wollen, freut sich über die gesunde Rückkehr von David und Gerlinde und drückt bei einem eventuellen zweiten Anlauf fest die Daumen, dass es dann klappen möge.

Zur Fotogalerie "Gerlinde Kaltenbrunner am K2" klicken Sie bitte auf diesen Link.

News zur K2-Expedition von Gerlinde Kaltenbrunner auf alpin.de :

Gerlinde Kaltenbrunner und David Göttler in Lager II des K2

Gerlinde Kaltenbrunner Richtung Pakistan aufgebrochen

Gerlinde Kaltenbrunner entgeht knapp einem Unfall

Gerlinde Kaltenbrunner: Alles nach Plan am K2

Gerlinde Kaltenbrunner: Akklimatisation abgeschlossen

Gerlinde Kaltenbrunner: Warten auf die Gipfelchance

News zur Lhotse-Expedition im Mai 2009 auf alpin.de:

Weitere Informationen:

www.gerlinde-kaltenbrunner.at

www.amical.de

Weitere Meldungen zu Gerlinde Kaltenbrunner aus dem alpin.de-Newsarchiv:

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