Auseinandersetzungen über den Sinn des Piolet d'Or hatten im vergangenen Jahr dazu geführten, dass der "Oscar" des Alpinismus 2008 nicht vergeben wurde. In diesem Jahr dagegen wurden gleich mehrere "Goldene Eispickel" vergeben. Unter den Preisträgern: Walter Bonatti, der für sein alpinistisches "Lebenswerk" ausgezeichnet wurde, sowie die Schweizer Ueli Steck und Simon Anthamatten.

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Der erste Piolet wurde 1991 vergeben. Ziel: die größte alpinistische Leistung des Vorjahres auszuzeichnen. Doch die Vergabe des "Goldenen Eispickels" führte in den vergangenen Jahren zu kontroversen Diskussionen.

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Stark kritisiert wurde etwa 2005 die Entscheidung, eine russische Gruppe für die Erstbegehung der Direkten Nordwand des Jannu (7710 m) auszuzeichnen, obwohl die elf Kletterer lange Strecken ihrer Route mit Fixseilen versehen und einen Großteil ihres Materials in der Wand zurückgelassen hatten.

So galt machem Alpinisten der Piolet d'Or nicht mehr als Auszeichnung. Die 2006 nominierten Rolando Garibotti, Ermanno Salvaterra und Alessandro Beltrami baten gar um die Aufhebung ihrer Nominierung. In einem Brief begründeten sie ihren Schritt: "Ein Preis wie der Piolet d'Or versucht, alpinistische Erfahrungen zu beurteilen und zu quantifizieren. Doch was für einen Wert soll so ein subjektives Urteil haben?"

Kritik: Können und sollten alpinistische Leistungen miteinander verglichen werden?

2007 wurde der Piolet letztmals vergeben. Preisträger war das slowenische Duo Marko Prezelj und Boris Lorencic, die eine technisch anspruchsvolle Mixedroute am Nordwestpfeiler der Chomo Lhari (7350m) gemeistert hatten. Doch auch Prezelj zeigte sich bei der Preisverleihung überaus kritisch. Er stellte prinzipiell in Frage, ob alpinistische Leistungen miteinander verglichen werden könnten und bemängelte zudem, dass es beim Piolet d'Or viel zu sehr um medialen Ruhm und Geld gehe.

Für eine Bildergalerie zur Vergabe des Piolet d'Or 2009 klicken Sie auf diesen Link. 2008 wurde die Preisvergabe abgesagt. Die Organisatoren sahen sich gezwungen, den Piolet d'Or neu zu definieren, sowie die Jury neu zu formieren. Mit der Berufung herausragender Alpinisten in die Jury des Piolet d'Or wurde einem der Haupt-Kritikpunkte Rechnung getragen. In der sechsköpfigen Jury 2009 finden sich unter anderem Doug Scott, der erste Brite, der je den Mount Everest bestieg (1975) sowie Peter Habeler, dem dies 1978 als erstem Mensch der Welt gemeinsam mit Reinhold Messner ohne Flaschensauerstoff gelang.

Bei der Preisvergabe 2009, so die Organisatoren in einer Pressemitteilung, sei es nicht ausschließlich um die alpinistischen Schwierigkeiten gegangen. Vielmehr habe man auch genau auf den Stil der jeweiligen Unternehmung geachtet und wolle auch Innovationsfreude und Sinn für Kameradschaft und Solidarität belohnen. Eine Reihenfolge der Geehrten wurde nicht gebildet.

Erfreut: Die Preisträger des Piolet d'Or 2009. Foto: Pascal Tournaire.

Ausgezeichnet wurden:

  • Kazuya Hiraide und Kei Taniguchi (erste weibliche Preisträgerin) aus Japan für die Erschließung einer neuen Route am Kamet (7756m) in Indien.
  • Fumitaka Ichimura, Yusuke Sato and Kazuki Amano (JPN) für eine neue Route durch die Nordwand des Kalanka (6931m) in Indien.
  • Ueli Steck und Simon Anthamatten für ihre Erstbesteigung der Nordwand des Tengkampoche (6500m) in Nepal.

Zudem wurde die italienische Bergsteiger-Legende Walter Bonatti mit einem Piolet d'Or für sein alpinistisches Lebenswerk geehrt.

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Weitere Informationen:

www.pioletdor.org

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