Als 12-Jähriger ging er das erste mal Klettern, mittlerweile ist Robert Jasper für seine gewagten Solos bekannt. In der November-Ausgabe von ALPIN (seit 15.10. am Kiosk) finden Sie den wagemutigen Kletterer im extrem ehrlichen Interview. Auf alpin.de bieten wir Ihnen einige Extra-Fragen zu seiner Expedition auf Baffin Island.

Im extrem-ehrlich Interview: Robert Jasper.
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ALPIN: Im Frühjahr warst du auf Baffin Island.

Robert Jasper: Das war sehr interessant, insgesamt gesehen wieder eine Kombination aus Klettern und Abenteuer.

ALPIN: Dieses Mal aber auf dem Motorschlitten hin, also nicht ganz by fair means.

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Robert Jasper: Ich nehme diese Formulierung ungern in den Mund. Denn was bedeutet das überhaupt? Ich verstehe darunter, dass ich es für mich so fair als möglich versuche.

In der Öffentlichkeit sind aber die Erwartungen oft überhöht, da hätten wir sozusagen von hier nackt losgehen und über den Ozean schwimmen müssen. Richtig fair gibt es aus meiner Sicht nicht, es ist alles eine Kreation, die du dir baust.

ALPIN: Es hat dich also nicht gestört, dass Ihr mit dem Motorschlitten zum Berg gefahren seid?

Robert Jasper: Es war schade, wir wollten eigentlich mit Hundeschlitten hin, aber die Zeit auf Baffin Island ist nicht stehen geblieben, die Inuits haben heute Motorschlitten.

Du findest kaum noch Hunde, und die noch da waren, wurden auf der Jagd gebraucht, weil irgendwelche Reichen sich ihren Eisbären schießen müssen. Eisbären dürfen laut Gesetz nur mit dem Hundeschlitten gejagt werden.

ALPIN: Den Rückweg von rund 350 Kilometer habt Ihr zu Fuß bestritten. Hattest du Angst?

Robert Jasper: Natürlich, die kommt auch, ich habe mich zum Teil ziemlich ausgesetzt gefühlt. Du weißt nicht, wie lange du letztlich bis zur nächsten Ortschaft brauchst. Reicht das Essen, reicht der Brennstoff, wann schmilzt das Packeis, was ist der beste Weg?

ALPIN: Ihr ward zu fünft. Wie war die Stimmung in der Gruppe?

Robert Jasper: Zwischendrin gab es schon mal hitzige Diskussionen, weil es relativ unklar war, wo der beste Weg langgeht: ob über das zugefrorene Meer oder übers Land.

Die Inuits haben uns vor dem Packeis gewarnt, aber einmal sind wir trotzdem rüber, und das ging sehr gut, es gab keine Probleme mit übereinandergeschobenen Eisschollen.

Eine kleine Fotogalerie zu Robert Jasper finden Sie hier! Weitere Meldungen zu Robert Jasper auf alpin.de:

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Ueli Steck: "Bin nicht anders als alle anderen auf dieser Welt"

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Hari Berger: "Ich habe etwas geschafft, worauf ich aufbauen kann..."

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