Das Drama am Nanga Parbat hat ein glückliches Ende gefunden: Um 07:45 Ortszeit (03:45 MESZ) begannen Simon Kehrer und Walter Nones den Abstieg von 6600 Metern, wo sie seit einiger Zeit festgesessen waren. Wenig später wurden sie auf etwa 6000 Metern nacheinander von einem Hubschrauber der pakistanischen Flugrettung aufgegriffen und in Sicherheit gebracht.

"Die Rettungsmission ist abgeschlossen", sagte Mohammad Ilyas vom pakistanischen Flugrettungsdienst Ilyas. "Beide Bergsteiger sind in Sicherheit."

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Gerettet: Walter Nones und Simon Kehrer (re.). Foto: dpa.

Derzeit befinden sich die beiden Südtiroler auf dem Weg in die Stadt Gilgit rund 570 Kilometer nördlich von Islamabad.

"Sobald sie in Gilgit sind, werden sie zum Militärkrankenhaus gebracht," sagte ein Sprecher der pakistanischen Bergsteigervereinigung. Dort würden die beiden Alpinisten medizinisch untersucht. Beiden Alpinisten gehe es gut, sie seien aber sehr erschöpft, berichteten Silvio Mondinelli und Maurizio Gallo vom italienischen Rettungsteam in Pakistan nach Angaben von Südtirol Online.

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Der erste Gedanke nach der Rettung habe dem abgestürzten Bergkameraden Karl Unterkircher gegolten. "Sie wollten eine kleine Gedenkfeier abhalten, doch das war nicht mehr möglich. So haben Walter und Simon Karls Namen in einen Stein geritzt, der zu Ehren (des Erstbesteigers) Hermann Buhls aufgestellt worden war," berichteten die Retter, die die beiden Alpinisten im Empfang genommen hatten.

Die Rhakiot-Wand am Nanga Parbat. Foto: dpa

Beim extrem schwierigen Aufstieg über die Rhakiot-Wand am Nanga Parbat war Karl Unterkircher, der erfahrenste der Dreier-Seilschaft, am Dienstag, 15.07, in eine Gletscherspalte gefallen. Trotz großer Mühen, konnten Simon Kehrer und Walter Nones ihren 37-jährigen Kameraden nicht bergen und mussten ihn in der Spalte zurücklassen. Unterkircher wird nicht mehr zurückkehren. Er hinterlässt eine Frau und drei Kinder.

Nones und Kehrer konnten nicht auf dem Aufstiegsweg zum Ausgangspunkt zurückkehren. Geröll blockierte den Rückweg zum Basislager. Ihnen blieb nur der Aufstieg. Am 18.07. scheiterte wegen des schlechten Wetters ein erster Bergungsversuches mit Hubschraubern, tags darauf gelang es einem Piloten der pakistanischen Armee ein Satellitentelefon und Lebensmittel in der Nähe der Bergsteiger abzuwerfen. Landen konnte er jedoch nicht.

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Am 20.07. verlassen Nones und Kehrer die Rhakiot-Wand und befinden sich nun am oberen Ende des Buhl-Weges. Der Buhl-Weg ist die einfachste Route am Nanga Parbat. Nanga-Parbat-Erstbesteiger Hermann Buhl hatte über diese Route erstmals1953 den 8125 Meter hohen Gipfel erreicht.

Der Abstieg über den Buhl-Weg gerät durch das schlechte Wetter immer wieder ins Stocken. Auch Rettungsversuche mit dem Hubschrauber müssen immer wieder abgeblasen werden. Mit dem abgeworfenen Gas, den Lebensmitteln und dem Satellitentelefon gelingt es den beiden jedoch sich physisch und psychisch stabil zu halten.

Bis dann heute endlich die Rettung gelingt!

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