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Nur durch explosive Hochentlastung ist im Harsch ein Haken zu schlagen, doch viele Höhenmeter am Stück sind so kaum zu bewältigen und der Spaß verschwindet samt Ski und Kraft unter dem harten Schneedeckel.
Eine weitere Möglichkeit ist das so genannte Bruchharschsurfen, das nur im offenen Gelände anwendbar ist. Folgende Zutaten sind ein Muss: Mut, zügiges Fahren, eine stabile, neutrale Position auf den Ski, gut gebeugte Knie, um den Schwerpunkt niedrig zu halten und eine enge Skiführung. Dieser Schwung ist ebenfalls sehr anstrengend, kommt aber dem Surf-Turn sehr nahe.
Wie das klappt? In der beschriebenen Position Schwung aufnehmen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der mittigen Position des Körpers über dem Ski, denn der Harschdeckel bremst und man bekommt schnell Rücklage.
Sobald der Wind um die Ohren pfeift, kann man mit deutlicher Hochentlastung samt Stockeinsatz den Schwung einleiten. Wenn der Körper gestreckt ist, dreht man die Ski in die gewünschte Richtung und belastet wieder beide Ski (!). Die Nase befindet sich wieder in Verlängerung zwischen den Skispitzen!
Eine Erklärung zum richtigen Einsatz der Lawinensonde gibt's hier
Den Schwung fährt man mit Volldruck, wodurch der Harschdeckel explodieren soll. Da die Sache manchmal wackelig ist, kann man die Arme ein wenig vom Körper strecken, um sein Gleichgewicht zu verbessern. Wichtig: Der Tal-Arm zeigt weiter nach vorn als der Bergarm.
Macht man das Gegenteil, wird unweigerlich der Bergski belastet und schon ist eine intensive Schneedeckenuntersuchung garantiert.
Sprünge
Kleine Felsen oder Wechten laden zum Springen ein. Wichtig ist es hierbei zu wissen, was einen unterhalb der Felsen erwartet. Ungern landet man auf Steinen. Außerdem muss die Landung ausreichend steil sein, sonst wird man bei der Landung gestaucht.Kurz vor dem Absprung in die Hocke gehen und an der Kante leicht aktiv abspringen, an schließend die Knie anziehen. Während der Flugphase diese Position beibehalten, damit der Körper unter Spannung bleibt.
Kurz vor der Bodenberührung die Beine leicht strecken, um die Landung abzufedern. Ist der Sprung gelungen, kann's mit Flow weitergehen!
Gelände lesen!
Klar ist, dass man auch als Touren-Freeskier nicht überall Vollgas abfährt. "Know your line" - "kenn' deine Route!" Sein Hirn einzuschalten erhöht bei allen Bergsportarten nicht nur den Spaß, sondern wirkt lebensverlängernd.Mit dem Schwerpunkt auf Abfahrtsgenuss planen wir Touren und Routen. Nicht der bekannte Gipfel zählt, stattdessen kommt's auf den Abfahrtsgenuss an, was bei Modetouren mit zerwühlten Abfahrtspisten oft unmöglich ist. Verhältnisse und Tour müssen zusammenpassen: Das Ziel muss zur Wetter- und Lawinensituation passen.
Wetter
Es ist offensichtlich, dass Freeski gute Sicht, hervorragende Materialbeherrschung und gute, routinierte Skitechnik abverlangt.So lassen sich Lawinen vermeiden
Daher unser Tipp: Ist das Wetter zu schlecht oder sind die Bedingungen eindeutig zu gefährlich, sollte man sich überlegen, ob man sich nicht mal mit den breiten Gerätschaften auf die Piste wagt und an seiner Technik feilt? Je routinierter man sein Material beherrscht, desto mehr Spaß hat man auf der nächsten Tour.
Text: Aron Vogel, Tobias Kurzeder
Fotos: Tobias Kurzeder
Aus ALPIN 01/08
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