Er war schon zu Lebzeiten eine Legende: Als erste Menschen standen Edmund Hillary und Tenzing Norgay am 29.05.53 auf dem Gipfel des Everest.Am 11.01.2008 starb Sir Edmund im Alter von 88 Jahren.

Eines der berühmtesten Fotos des 20. Jahrhunderts. Sir Edmund Hillary und Tenzing Norgay bei der Erstbesteigung des Everest.

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"George, wir haben den Bastard endlich ausgeknockt", waren der Legende nach die ersten Worte zu seinem Freund George Lowe nach dem Gipfelabstieg. Edmund Hillary, der von der englischen Krone für seine Leistung zum "Sir" geadelt wurde, lieferte den Briten die Nachricht von der Erstbesteigung exakt zur Krönung von Elizabeth II. 

Hillary konnte seinen Triumph erst richtig feiern, als die BBC die Nachricht von Erfolg in alle Welt trug: "Als ich das hörte, dachte ich, wir haben es wirklich geschafft. Wenn BBC das meldet, muss es ja stimmen!" Für Tenzing Norgay gaben die Briten allerdings nur einen Orden ab. 

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Trauer in Nepal nach Sir Edmunds Tod: ein Mönch vor einem Erinnerungsschrein.

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Von Hillary gibt es übrigens kein Gipfelfoto, vielmehr lichtete der Neuseeländer den Sherpa mit seiner Kamera ab. "Ich wollte ihm nicht auf dem Gipfel des Everest das Fotografieren beibringen", meinte er dazu später launig. Auf die Frage, wer von beiden denn zuerst auf dem Gipfel gewesen wäre, ließen die beiden, die ein Leben lang Freunde geblieben sind, nur eine Antwort zu: Gemeinsam!

Der gelernte Imker, geboren am 20. Juli 1919 in Auckland, bestieg 1948 erstmals den Mount Cook über den Südgrat. Bereits 1951 versuchte er sich mit einer Expedition am höchsten Berg der Erde, sein Aufstieg 1953 über den Südsattel zum höchsten Punkt war eine Weltsensation. Die Steilstufe unter dem Gipfel trägt als "Hillary-Step" noch heute seinen Namen.

Ein großer Freund des nepalischen Volkes: Sir Edmund Hillary.

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Hillary war ein großer Freund des nepalischen Volkes, die Hillary-Stiftung schuf 17 Schulen, Brücken und Wege, verbesserte die medizinische Versorgung, baute Kliniken in dem kleinen armen Land am Fuße der höchsten Berge. 

Als Alpinist mahnte er, die Wurzeln anständiger und ehrlicher Bergsteigertradition nicht dem Kommerz zu opfern. Mit Abscheu geißelte er einen Landsmann, der im Mai 2006 einen halberfrorenen Engländer kurz vor dem Everest-Gipfel liegen ließ, um selbst den höchsten Punkt zu erreichen. Der Engländer starb. Tugenden wie Kameradschaft seien dem Ehrgeiz der Ich-Menschen gewichen, so Hillary. 

Auch machte er sich stark für die Kulturen und Naturerhaltung der Bergregionen der Welt. Besonders der Erforschung der Antarktis widmete sich der Abenteurer. Noch 2007 kehrte Hillary im Alter von 88 Jahren an den Südpol zurück. Dort nahm er an der Feier zum 50. Geburtstag der Scott-Basis teil, die er selbst mit eingerichtet hatte. 

Der Privatmann Hillary musste schwere Schicksalsschläge hinnehmen. 1975 starben seine Frau und seine Tochter bei einem Flugzeugabsturz. Sein Sohn Peter Hillary stieg in die Fußstapfen des berühmten Vaters und stand unter anderem zum 50. Jahrestag der Erstbesteigung auf dem Gipfel des Mount Everest. 

Sir Edmund Hillary starb am 11. Januar 2008 in einem Krankenhaus im neuseeländischen Auckland um 9:35 Uhr Ortszeit an einem Herzanfall. 

Die damalige neuseeländische Ministerpräsidentin Helen Clark bezeichnete ihn nach Bekanntgabe seines Todes "als den bekanntesten Neuseeländer, der je gelebt hat."

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