Reinhold Messner hat in der Serie Extrem Ehrlich im Gespräch mit Dirk von Nayhauß zu vielen Fragen Farbe bekannt. Das ganze ehrliche Interview finden Sie in ALPIN 09/2007. Auf alpin.de präsentieren wir Ihnen exklusiv weitere spannende Antworten von Reinhold Messner.

Extrem Ehrlich: Reinhold Messner. Bild: Dirk von Nayhauß.
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ALPIN: Haben Sie Angst vor dem Tod?

Reinhold Messner: Das kann ich nicht sagen, weil der Tod weit weggerückt ist. Ich war ihm auch nur selten nah, 1970 am Nanga Parbat oder auch 1982 am Kangchendzönga. Dort hatte ich einen Amöben-Abszess in der Leber und war langsamer als sonst.

Auf 8000 Meter, beim Abstieg, hat der Jet-Stream unser Zelt zerrissen. Ich war in meinem Zustand ungeschickt, brachte meine Steigeisen nicht an die Schuhe, es kam ein Einverständnis mit dem selbstverständlichen Tod.

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ALPIN: Auf Schloss Juval steht ein Tschorten, in dem Sie bestattet werden möchten. Warum haben Sie sich Ihr Grabmal schon jetzt gebaut?

Reinhold Messner: Es ist nie zu früh.

ALPIN: Mit welchem Gefühl gehen Sie daran vorbei?

Reinhold Messner: Mit großer Gelassenheit. Fotogalerie zu den Dreaharbeiten zu "Messners Alpen" ALPIN: Ihre letzte große Expedition war 2004 die Durchquerung der Wüste Gobi.

Reinhold Messner: Ich benutze die Berge oder die Wüsten als Medium, um etwas über die Menschen-Natur zu erfahren. Die Gobi-Reise war eine Auseinandersetzung mit dem Altern. Ich musste erkennen: Ich sollte mir so was nicht mehr antun.

ALPIN: Die 2000 Kilometer waren zu viel?

Reinhold Messner: Ja, es war zu viel. Nicht die Länge, aber ich musste sehr viel Wasser tragen, bis zu 40 Kilo.

ALPIN: War die Wüste Gobi Ihr letzter Grenzgang?

Reinhold Messner: Ich schließe nicht aus, dass ich mit meinem Sohn eine weitere Wüste versuche. Simon ist mir natürlich physisch überlegen, ich bin erfahrener - eine gute Konstellation. Kleine Bildergalerie MMM Firmian ALPIN: Hätten sie nicht Angst, dass dem eigenen Kind etwas passiert?

Reinhold Messner: Soll ich ihn auch nicht Auto fahren lassen? Ich werde ihn sicher nicht treiben. Wir tun nichts, was für mich und für ihn in der Summe des Könnens und der Erfahrung nicht vertretbar wäre. Ich bin ein vorsichtiger Mensch. Ja, ich bin übervorsichtig. Sonst wäre ich nicht am Leben. Trotzdem: Schon hinter dem Gartenzaun bin ich oder sind wir im Gefahrenraum.

Engagiert sich derzeit stark für sein Museum: Reinhold Messner.

ALPIN: Was kommt nach den Museen?

Reinhold Messner: Zwei, drei Möglichkeiten drängen, ich spüre es. Und Sie können sicher sein: Ich erfinde mir wieder eine Herausforderung - die natürlich mehr und mehr im mentalen liegen wird und weniger im rein körperlichen. Was ich heute körperlich noch mache, ist Freizeitvergnügen, reisen, und ich gehe gerne auch die Wände hoch.

ALPIN: Sie sagten mal, Sie wollten sich in eine Höhle zurückziehen.

Reinhold Messner: Jene Wochen, die ich bisher auf Expeditionen und Reisen verbracht habe, die will ich mir in Zukunft auch gönnen. Ich will nicht das ganze Jahr benutzbar sein, und ich könnte mir vorstellen, als älterer Herr diese Aus-Zeit in einer Höhle zu verbringen.

ALPIN: Warum gerade eine Höhle, warum nicht eine Hütte?

Reinhold Messner: Dort habe ich keine Ruhe. Ich will weg sein, aus der Welt sein. Es gibt Vorläufer und Vorbilder, die sich in Höhlen zurückgezogen haben wie etwa der tibetische Asket Milarepa. Im Moment ist es ein reines Gedankenspiel, meine Kinder lachen darüber und sagen: "Das tust du nie!" Ich aber weiß, ich werde es tun.

Die Fragen stellte Dirk von Nayhauß.

Das ganze ehrliche Interview mit Reinhold Messner in voller Länge finden Sie in ALPIN 09/2007, das ab 22. August am Kiosk erhältlich ist.

Weitere Informationen zu Reinhold Messner:

www.reinhold-messner.de

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