Im Rahmen eines Projektseminars über die Alpen? Warum nicht, dachten sich die Schülerinnen und Schüler eines Gymnasiums in Oberbayern. Ein Nachbericht von Carlotta Engler.

Ein besonderes Schulprojekt: 16 SchülerInnen der 11. Jahrgangsstufe und vier Lehrer*innen des Otto-von-Taube Gymnasiums Gauting planten eine Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Pettneu vom 18. bis 25. Juli 2019 im Rahmen eines P-Seminars. P-Seminare sind als Projekt-Seminare zur Studien- und Berufsorientierung Teil des Unterrichts in der Oberstufe an bayerischen Gymnasien. 

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73 Kilometer Strecke und 5000 Höhenmeter aufwärts sollte es gehen. Die Route war geplant, die Hütten gebucht, Sponsoren waren gefunden und das Gipfelbuch stand bereit. Doch dann eine enttäuschende Nachricht: Auf mehreren Übergängen der geplanten Route befanden sich noch ausgedehnte Schneefelder. Die geplante Tour ist für das Seminar damit unmöglich.

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Ein Alternativplan musste her: Die Gruppe sollte in einem kürzeren Zeitraum in den Ammergauer Alpen Hütten besuchen und dort eine tolle Zeit mit bleibenden Eindrücken erleben.

Neuer Startpunkt: Bad Kohlgrup, 21. Juli, abends. Als Erstes ging es auf den Gipfel des Zeitbergs, um dort mit einem tollen Ausblick und einer leckeren Brotzeit die Abendstimmung zu genießen. Die Nacht verbrachten die 20 Bergsteiger in der Hörnle Hütte, wo sie sich am Morgen darauf mit einem guten Frühstück für eine längere Wanderung an diesem zweiten Tag rüsteten. 

Fotogalerie: Klickt Euch durch die Slideshow mit Impressionen der Alpenüberquerung.

Es folgten alle drei Hörnle nacheinander, dann ging es hinab ins Tal nach Unterammergau. Da die Sonne an diesem Tag immerzu schien, waren die SchülerInnen und LehrerInnen trotz weiteren Aufstiegs froh, ihren Weg in der schattigen Schleifmühlenklamm fortzusetzen. Als Höhepunkt und letztes Ziel dieses Tages erklomm die Gruppe den Teufelstättkopf, woraufhin sie am Pürschlinghaus ihre wohlverdienten Kasspatz‘n verzehren konnten. 

Am dritten Tag standen Sonnenberg, Hennenkopf und Brunnenkopf auf dem Programm. Auch hier legte das Seminar einige Höhenmeter zurück, bevor es am Brunnenkopfhaus die Sonnenuntergangsstimmung genießen konnte. 

Die letzte Etappe führte die Bergsteiger zur Großen Klammspitze und dann hinab zu einer Selbstversorgerhütte nahe Schloss Linderhof. Der Aufstieg in der Mittagssonne war auf dem teils sandigen Untergrund ziemlich anspruchsvoll. Kurz unterhalb des Gipfels entschied die Gruppe sich gemeinsam, dort zu verweilen und nicht hinauf zum Gipfelkreuz zu klettern. Der letzte Teil wäre der 20-köpfigen Gruppe zu risikoreich gewesen. 

Nach diesem Abstecher mit einem traumhaften Ausblick ging es dann wirklich hinab ins Tal. Am Haus angekommen ließen es sich Schüler*innen und Lehrer*innen mit gegrillten Würsteln, Gesellschaftsspielen und Lagerfeuer abschließend noch einmal gut gehen, bevor es am Donnerstag, den 25. Juli mit dem Zug zurück in die Heimat ging.

Text von Carlotta Engler

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