Bergführer und Gast stürzen nach Felsabbruch in den Tod.

In den Morgenstunden des 24. Juli hat sich am Matterhorn ein tödlicher Unfall ereignet. Dabei kamen ein Bergführer und sein Gast ums Leben. Nach übereinstimmenden Medienberichten sollen sich die beiden Männer zum Zeitpunkt des Unfalls gerade im sogenannten "Kreuzsatz" befunden haben, einer mit Fixseilen versicherten Passage in rund 4250 Meter Höhe. 

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Wie die Kantonspolizei Wallis meldete, kam es aus bisher noch nicht geklärter Ursache zu einem Felsabbruch. Die beiden Bergsteiger wurden von den herabstürzenden Gesteinsmassen mit in die Tiefe gerissen. Für sie kam jede Hilfe zu spät.

Aufgrund erhöhter Steinschlaggefahr konnten die Leichen der Verunglückten erst am Abend aus der Ostwand des Matterhorn geborgen und mit einem Helikopter nach Zermatt geflogen werden. 

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Sieht die Steinschlaggefahr in hochalpinen Lagen zunehmen: der Geologe Hans-Rudolf Keusen.

| © SAC

Während die Staatsanwaltschaft des Kantons eine Untersuchung eingeleitet hat, wird öffentlich darüber spekuliert, ob der Unfall auch auf die hohen Temperaturen zurückgeführt werden kann, die derzeit auch im Wallis herrschen.

"Das ist sehr wahrscheinlich", vermutet der Schweizer Geologe Hans-Rudolf Keusen. "Die Nullgradgrenze liegt derzeit an manchen Tagen weit über 5000 Meter. Schon im Hitzesommer 2003 hatte man ähnliche Probleme am Matterhorn. Der Grund für die Felsausbrüche liegt im auftauenden Permafrost", so der Vize-Präsident der Hüttenkommission beim Schweizer Alpine Club (SAC) in einem Interview mit dem SRF.

Bei dem Zwischenfall soll auch eines der Fixseile schwer beschädigt worden sein. "Wahrscheinlich hat sich nicht bloss die Verankerung des Seils gelöst, sondern eine ganze Felspartie darum herum. Der Permafrost taut auf, der Wasserdruck sprengt den Fels. In diesem Fall ist es die Natur, die dort gearbeitet hat, und nicht der Mensch", so Keusen.

Der Geologe ist davon überzeugt, dass die Probleme in den kommenden Jahren stark zunehmen werden; vor allem dort, wo Permafrost überhaupt tauen kann, also in hohen Lagen über 3000 Meter. 

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1 Kommentar

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Eli Vogt auf Facebook

Oh nein.....wie traurig.Mein großes Beileid