Wissenschaftler des gerichtsmedizinischen Instituts der Universität Innsbruck bestätigten im Rahmen einer Pressekonferenz am Freitag, dass die DNA-Proben, die Reinhold Messner dem toten Bergsteiger vom Nanga Parbat entnommen hatte, eindeutig Günter Messner zugeordnet werden können. Reinhold Messner zu Folge stützt dies seine Version der Ereignisse vor 35 Jahren.

Reinhold Messner im Rahmen der Pressekonferenz in Innsbruck
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Bei der Pressekonferenz, der Journalisten, Fotografen und Kamerateams aus aller Welt beiwohnten, erklärte der Innsbrucker Pathologen Walther Parson, dass die Wahrscheinlichkeit, dass der untersuchte Zehenknochen des Toten von Günter Messner stammt "um 17,8 Millionen Mal höher, als dass er von einer fremden Person ist".

Am Mittwoch weilte der Reinhold Messner auf der Frankfurter Buchmesse, wo er betonte, die Ergebnisse der Untersuchung werden ihm helfen, "meine Ehre zurückzuholen, die man mir genommen hat".

Laut Messners Angaben sei der Test eigentlich überflüssig gewesen, da vor allem der Schuh des Bergsteigers ohnehin eindeutig einem Bruder hatte zugeordnet werden können. "Der Schuh ist für mich ein eindeutiger Beweis. Aber nachdem immer noch Leute herumstänkern, habe ich diese DNA-Tests machen lassen."

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Nach Bekanntgabe des Ergebnisses sagte Reinhold Messner in einer ersten Stellungnahme: "Meine Geschichte ist jetzt endlich bewiesen."

Kritiker des Südtirolers sehen dies aber anders. Weder die Identität des Leichnams noch der Fundort könnten Messers Version zweifelsfrei beweisen. Es sei einzig und allein bewiesen, dass Günther Messner Ende Juni 1970 irgendwo irgendwie auf der Diamirseite des Nanga Parbat umgekommen sei. Von einer Bestätigung der Version Reinholds Messners könne nicht die Rede sein.

"Die DNA-Untersuchung macht keine Aussage über die Umstände des Todes (von Günther Messner)", meinte etwa Gerhard Baur am Freitag. "Damit ist nichts aus der Welt, die Zusammenhänge sind zu komplex." Der Fundort sei "keineswegs ein endgültiger Beweis dafür, dass die Messners gemeinsam auf unter 5000 Meter hinabgingen". Wenn dies so gewesen sei, "hätte der fließende Gletscher die Leiche in den vergangenen 30 Jahren doch längst mehrere Kilometer weitergetragen", erklärte Baur laut einem Bericht auf spiegel.de .

Noch deutlicher wurde Ulrike Völkmann, Lektorin von Hans Saler, der zu den schärfsten Kritikern Messners gehört. Dessen Behauptung, der Beweis seiner Version sei nun erfolgt, sei schlicht "unseriös und nicht haltbar".

In einem Artikel der Süddeutschen Zeitung kommentiert Achim Zons die Geschehnisse.

Zur Diskussion um die Tragödie am Nanga Parbat in der alpin-Community

Zu den Meldungen zum Fund am Nanga Parbat und Reinhold Messners Reaktion:

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