Alpenvereine warnen vor Gefahren.

Am 01. Juni war meteorologischer Sommeranfang. In weiten Teilen der Alpen ist davon allerdings noch nicht viel zu spüren. Vor allem in höheren Lagen bestimmen immer noch Schnee und Eis das Bild. Und daran wird sich auch in den kommenden Tagen so schnell nichts ändern.

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Schnee satt am Kerlinger Haus (1638 m) in Berchtesgaden. 

| © DAV Berchtesgaden / Beppo Maltan

Nicht nur auf der Zugspitze türmt sich der Schnee noch meterhoch - hier wurden jüngst über 6,40 Meter gemessen -, auch andernorts haben Hüttenwirte noch mit der "weißen Pracht" zu kämpfen. Besonders angespannt ist die Lage in Österreich und Südtirol. Hier sind Dutzende Hütten oberhalb von 2000 Metern noch nicht erreichbar. 

War bis zum Dach komplett eingeschneit - das Rifugio Toni Demetz (2685m) nahe der Langkofelscharte:

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Mit dem Wegräumen der Schneemassen ist es aber meistens nicht getan. Denn oftmals haben Eis und Schnee - wie beispielsweise auf der Totalphütte - erheblichen Sachschaden angerichtet. So verwundert es nicht, dass viele Hütten erst sehr viel später in die Sommersaison starten können, als ursprünglich geplant. 

Bei Touren ist erhöhte Vorsicht geboten

"Wanderungen im Hochgebirge sind momentan eigentlich kaum möglich", erklärt Thomas Bucher vom Deutschen Alpenverein. Der DAV appelliert daher besonders an unerfahrene Bergsportler, bei Ausflügen ins Gebirge unbedingt unterhalb der Schneegrenze zu bleiben.

Vor allem Altschneefelder können auf Tour schnell zu einem ernsthaften Problem werden. "Besondere Vorsicht ist an steilen und hart gefrorenen Schneefeldern geboten. Wer abrutscht, erreicht schnell hohe Geschwindigkeiten, und das oft felsige Gelände am unteren Ende wird zur gefährlichen Falle", so DAV-Sicherheitsexperte Robert Mayer.

Aber auch mit Lawinenabgängen muss nach wie vor gerechnet werden. Der Lawinenwarndienst Bayern verweist darauf, dass die ausapernde Schneedecke stark durchfeuchtet sei. 

"Mit Sonneneinstrahlung und Plusgraden verliert sie weiter an Festigkeit, Nassschneelawinen sind die Folge. Diese können große Ausmaße annehmen und bis in tiefergelegene Bereiche vordringen", heißt es in einer Mitteilung vom 29. Mai.

Dass die Gefahr nicht abstrakt ist, zeigt ein Vorfall vom 02. Juni. Hier waren vier Wanderer in den Ammergauer Alpen unterhalb des Ettaler Manndls (1633 m) von einer Nassschneelawine erfasst worden. Die Berggänger konnten sich aus eigener Kraft aus den Schneemassen befreien. Sie wurden mit leichten Verletzungen in den umliegenden Krankenhäusern behandelt.

Bei den derzeitigen Verhältnissen sei neben der passenden Ausrüstung eine besonders sorgfältige Tourenplanung unabdingbar, mahnen die Alpenvereine von Deutschland und Österreich. 

Klickt hier für eine Übersicht der Öffnungszeiten der Hütten des Deutschen Alpenvereins.

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