Regierung von Tansania hat Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben.

Rund 50.000 Touristen machen sich jedes Jahr auf den Weg, um den höchsten Berg des afrikanischen Kontinents zu besteigen. Nach Ansicht der Regierung von Tansania sind dies offenbar noch nicht genug. Denn mehr Touristen bedeuten mehr Devisen, so die einfache Rechnung, die das zuständige Ministerium in Dodoma aufgestellt hat.

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Am Kilimandscharo ist immer viel los: Wanderer und Träger an der "Barranco Wall".

| © Imago / Robert Harding

Um die erhoffte Steigerung erreichen zu können, soll der "Kibo" zukünftig auch für Menschen attraktiv werden, die sich bisher davor gescheut haben, einen der langen und konditionell durchaus fordernden Anstiege auf 5895 Meter Höhe anzugehen - sei es aus Bequemlichkeit oder wegen einer körperlichen Beeinträchtigung.

Mit Hilfe einer Seilbahn könnten diese Personengruppen, nach Zahlung eines Permits versteht sich, ebenfalls auf die einstmalige "Kaiser-Wilhelm-Spitze" befördert werden. 

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Fotogalerie: Unterwegs am Kili mit Magdalena und Anja von Youareanadventurestory.

Und so hat man in Dodoma eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, mit der abgeklärt werden soll, wo am Bergmassiv das neue Transportmittel gebaut werden könnte und bis zu welcher Höhe. Auch erste Gespräche mit Investoren aus China soll es, laut Medienberichten, bereits gegeben haben.

Edson Mpemba von der Vereinigung der Träger am Kilimandscharo sieht die Entwicklung hingegen äußerst kritisch. Er glaubt, dass die Seilbahn, die "auf den ersten Blick wie eine innovative und sinnvolle Idee" aussehe, "auf lange Sicht das Leben und das Auskommen der Menschen ruinieren" werde, "die vom Berg abhängig sind."

Und diese Zahl ist nicht zu unterschätzen: Rund 25.000 Menschen verdienen am und um den berühmten Fünftausender ihren Lebensunterhalt als Träger, Köche und Guides. 

"Viele Touristen werden einfach die Seilbahn nehmen, um die Aufstiegstage zu reduzieren und Kosten zu sparen", ist sich Edson Mpemba sicher.

Fotogalerie: Die Seven Summits im Porträt

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6 Kommentare

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Moorweiher

Hallo Bizi,
bin ganz deiner Meinung, ich sehe das ganz genauso wie du.

Immer noch mehr Seilbahnen und Lifte, das muss nicht sein!

Petra Schonlau

Typisch chinesisches Modus operandi: China werden die einzigen sein die von solch einem hirnrissigen Projekt profitieren. Trekkers werden Interesse am besteigen des Kili verlieren und wegbleiben, und die Afrikaner, die lokalen Guides und Träger, verlieren ihre Jobs. Nicht einmal am Bau und Betrieb einer Seilbahn werden die Lokalen teilhaben, denn China bringt dafuer in der Regel ihre eigenen Leute (Chinesen). Bleibt die Frage, wenn man per Seilbahn den Kilimanjaro erreichen kann, muesste dieser Gipfel doch sicherlich von der Liste der Seven Summits gestrichen werden?

Bizi

Die Spitze des Berges soll denen vorbehalten bleiben, die es gemeinsam mit den Menschen aus Afrika geschafft haben, den Berg zu besteigen. Auch Menschen mit einem Handicap können mit Hilfe den Uhuru Peak erreichen. Ich habe es gesehen, weil ich den Berg bestiegen habe. Der Tourismus in der Region ist gegenwärtig schon nicht mehr sanft. Es werden nur Wenige profitieren und Viele werden wenig davon haben. Der Mensch muss nicht jeden Berg bezwingen und nicht jedes Meer durchkreuzen..... So wird der Kilimandschro seine Magie behalten.

dreamingof8a

Da man den Berg nicht individuell besteigen darf, ist er eh schon uninteressant ... aber eine Seilbahn für diesen (hohen) Wanderhügel muss nun wirklich nicht sein ....

seppl

ganz afrika gehört in 75 jahre china.

DerKarnier

Ich hätte eine solche Meldung am ersten April vermutet... Eine Seilahn entwertet den Berg für Bergsteiger, verschandelt und belastet Natur. Solche Pläne passen nicht mehr in die heutige Zeit mit gewachsenem Umweltbewußtsein...