Lawinen- und Schneesituation wird sich in den nächsten Tagen weiter entschärfen.

Das Ende der Schneefälle verschafft den betroffenen Regionen im nördlichen Alpenraum eine kleine Verschnaufpause. "Das sieht nach nachhaltiger Entspannung aus", so Thomas Wostal von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien gegenüber tagesschau.de.

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Dennoch bleiben in vielen Gebieten weiterhin Straßen, Tunnel aber auch Skipisten gesperrt. Regen und Tauwetter haben in den unteren Lagen zu einem Anstieg der Pegelstände geführt. Laut Hochwassernachrichtendienst Bayern traten vor allem nördlich der Donau mehrere Flüsse und Bäche über die Ufer.

Entspannung auch hinsichtlich der Lawinensituation. Im bayerischen Alpenraum gilt für alle Regionen unterhalb von 2000 Metern Lawinenwarnstufe 3 . "Nach der markanten Erwärmung bis in eine Höhe von 2000m am Mittwoch wird es wieder kälter. Die Lawinensituation wird sich dann innerhalb weniger Tage deutlich entspannen", heißt es im Lawinenlagebericht des Lawinenwarndienstes Bayern für den 16. Januar. 

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Tödliche Lawinenunfälle in Österreich und der Schweiz

Am Dienstag verunglückten drei Wintersportler tödlich. Im Schweizer Kanton Wallis verlor eine 20-jährige Skifahrerin bei einem Lawinenabgang ihr Leben. Die Skandinavierin war mit einer größeren Gruppe abseits der gesicherten Piste unterwegs, als sie von den Schneemassen verschüttet wurde. Trotz sofortiger Hilfe konnte sie nicht mehr lebend geborgen werden. 

Am Ankogel in Kärnten wurde ein Skifahrer aus Tschechien im freien Gelände von einer Lawine mitgerissen. Für den 24-Jährigen kam jede Hilfe zu spät. In der Steiermark wurde ein 57-jähriger Mann von einer Dachlawine begraben. Er starb an seinen schweren Verletzungen.

Ist der Meinung, dass unverantwortlich agierende Skifahrer mit harten Strafen rechnen müssten: Felix Neureuther. 

| © Imago

Radio-Moderatorin bekommt breite Zustimmung

Antenne Bayern-Wetterexpertin Indra Gerdes hat für ihren eindringlichen Appell an Skifahrer, die sich trotz großer Lawinengefahr abseits gesicherter Pisten bewegen, viel positive Resonanz bekommen - auch von prominenter Seite. 

Ski-Star Felix Neureuther betonte in einem Gespräch mit Gerdes, dass es für ihn klar sei, dass man sich bei den momentanen Verhältnissen, "einfach nicht auf das freie Gelände hinaus" bewege. 

Der 34-Jährige ging sogar noch einen Schritt weiter. Wer auf gesperrten Pisten unterwegs sei, solle drastisch bestraft werden, so Neureuther. Der Facebook-Post von Gerdes wurde aber auch kritisch kommentiert, wie etwa von Veit Schumacher von Airfreshing. Viele Moderatoren und Medienvertreter würden sich zu Themen äußern, die abseits ihrer ausgewiesenen Kompetenzbereiche liegen würden, so Schumacher.

In eigener Sache

Kritik hat unser Testredakteur Olaf Perwitzscky auch für seine Skitouren-Posts vom Wochenende bekommen. "Nein, bitte nicht nachmachen. Die Rettungskräfte haben genug zu tun. Auch ALPIN sollte wissen, dass Schneebruch droht und Lawinenstufe 4-5 besteht", so der Kommentar von User Jones Beyer unter einem der veröffentlichten Bilder auf unserem Instagram-Kanal.

Und Rainer Wölfl fand beispielsweise, dass der Beitrag über eine Nachtskitour am Hörnle "ein in dieser Zeit höchst überflüssiger Beitrag" sei.

Für unseren Test-Chef und staatlich geprüften Berg- und Skilehrer Olaf Anlass genug, für ein Statement in eigener Sache:

"Zu den Touren, die wir in den letzten Tage gepostet haben, hat es einige kritische Kommentare gegeben. Dazu möchte ich folgendes sagen: Wie man auf den Bildern deutlich erkennen kann, haben all die ausgeführten Touren im flachen Gelände und zusätzlich im Wald stattgefunden. 

Alle diese Touren kann man auch bei einer Lawinengefahrenstufe von 5 durchführen, da das Gelände nie (auch nicht in Einzugsgebieten) eine Neigung von 30 Grad erreicht und auch in allen anderen Faktoren eine bergführerische Begutachtung durchlaufen hat. 

Auch Schneebruch haben wir so gut es geht versucht auszuschließen. Am Sonntag waren in den oberen Regionen der Ammergauer Berge die Bäume schneefrei, weil der Wind der Nacht den Schnee abgeblasen hatte (was auf keinen der Bilder zu sehen ist). 

Eine 100 prozentige Sicherheit wird aber nicht geben. Die gibt es aber auch nicht bei der Anfahrt zu diversen bergsportlichen Aktivitäten. Und das ist statistisch garantiert noch immer der gefährlichste Teil einer Tour, aber gesellschaftlich akzeptiert."

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