Vom Naturschutz über Mountainbiking bis nach Tokio ging es bei der Jahrespressekonferenz des Deutschen Alpenvereins am 11.1. Der Leistungssport und die Erhaltung der Alpen standen in München ebenso auf der Agenda wie Offenheit, Toleranz und Integration von Menschen mit Fluchthintergrund.

1,3 Millionen Mitglieder verteilt auf 356 Sektionen sprechen für sich - der Deutsche Alpenverein wächst stetig, im vergangenen Jahr um 4 Prozent. Auffallend ist, dass die Mitgliederzahl vor allem im Bereich der 19 bis 25-Jährigen den größten prozentualen Anstieg aufweist, was an den zahlreichen beliebten Kletter- und Boulderhallen liegt. Auch der Anteil an weiblichen Mitgliedern hat sich auf 42,6 Prozent gesteigert.

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Was 2019 Thema ist

In diesem Jahr feiert der Deutsche Alpenverein sein 150-jähriges Jubiläum. Anlässlich dazu bringt die Filmreihe Berge150 eine Zeitreise durch 100 Jahre Bergfilm auf die Leinwand.

Ein weiteres Jubiläum feiert der DAV in der Jugendarbeit. Seit 100 Jahren gehört diese zu den zentralen Aufgaben des Alpenvereins. Die Bundesjugendleiterin der JDAV und Vizepräsidentin im DAV Sunnyi Mews erklärt es zum Ziel, "im Jubiläumsjahr die Identität des JDAV als modernen, zukunftsorientierten und demokratischen Jugendverband aufzuzeigen".

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Leistungssport statt Naturschutz?

Neben den großen Events zum 150-jährigen Jubiläum des DAV stehen drei Themen 2019 im Fokus: Mountainbike, #climbtotokyo und #unserealpen.

Der DAV setzt es sich zur Aufgabe, Mountainbiking in den Bergen nachhaltig umzusetzen, sodass diese Sportart in Einklang zu bringen ist mit dem Naturschutz und der Almwirtschaft. Mit der Kampagne #climbtotokyo hat der DAV sechs Kletterinnen und Kletterer im Olympia-Fokusteam nominiert, die sich für die Olympischen Spiele in Tokio 2020 qualifizieren können.

Winterliches Riedberger Horn

Winterliches Riedberger Horn

| © Karl-Josef Hildenbrand

Die Kampagne #unserealpen wurde ins Leben gerufen, um auf die Bedrohung der Alpen als Natur- und Kulturraum aufmerksam zu machen. Die Kernbotschaft der Kampagne: "Die Alpen sind schön, einzigartig, zerbrechlich und bedroht." Beispiel für das Engagement hierfür ist der Erfolg am Riedberger Horn. Dort wurden die Skigebiets-Erschließungspläne zurückgenommen – nicht zuletzt aufgrund des massiven Einsatzes des DAV.

Redakteur Robert Demmel war für ALPIN bei der Pressekonferenz vor Ort: "Nach der üblichen Präsentation der Mitgliedszahlen wurde auf der Jahreshauptversammlung schnell der Fokus auf den an sich ziemlich schwierigen Spagat zwischen den zentralen Vereinsaufgaben des Naturschutzes (und Naturnutzes) und der augenblicklich starken Ausrichtung auf den Leistungssport gelegt. Meines Erachtens gelingt dem Alpenverein diese doppelseitige Ausrichtung ganz gut, gerade mit dem Erfolg am Riedberger Horn im Rücken."

DAV-Präsident Josef Klenner

DAV-Präsident Josef Klenner

| © Christian Charisius

Warum der DAV für Vielfalt steht

Der DAV tritt öffentlich gegen die Ausgrenzung von Menschen auf. Dies zeigt sich beispielsweise in der offenen Unterstützung der Sektion Gay Outdoor Club (GOC). Darüber hinaus ist der Verein in der inklusiven Arbeit aktiv. 

Zahlreiche Sektionen des DAV bieten Programme an, bei denen Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam und gleichberechtigt Bergsport treiben. Zusammen mit einigen Malteser-Dienststellen ermöglicht es der DAV im Rahmen des Projekts "Alpen.Leben.Menschen“ (A.L.M.) Menschen mit Fluchthintergrund gemeinsam mit Einheimischen die Umgebung und die Berge zu erleben.

DAV-Präsident Josef Klenner: "Wir nehmen das Vertrauen, das unsere Mitglieder in uns setzen, ernst und sehen uns als große zivilgesellschaftliche und unabhängige Organisation in der Verantwortung, Position zu beziehen und für diese Werte einzustehen. Und zwar nicht nur in den Bergen, sondern in der gesamten Gesellschaft."

Die Termine des DAV für das Jahr 2019 findet Ihr unter: www.alpenverein.de/Veranstaltungen

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