Simulation zeigt Vergletscherung der Alpen während der letzten 120.000 Jahre.

Wie kann man die Mechanismen der Vergeltscherung besser verstehen? Dieser Frage widmete sich ein internationales Forscherteam der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH). Im Zuge der Projektstudie entwickelten die Wissenschaftler auch eine sehenswerte Computeranimation. 

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Hierzu nutzten die Forscher ein spezielles Modell (Parallel Ice Sheet Model /PISM), das sie mit Daten der anfänglichen Topographie von Gebirgen und Gletschern fütterten, der physikalischen Eigenschaften von Gestein und Gletscher, teilweise basierend auf Beobachtungen aus der Antarktis und Grönland, und Daten des Wärmefluss’ im Erdinneren sowie der klimatischen Bedingungen.

Video: Vorstoss und Rückzug der Alpengletscher während der letzten Kaltzeit

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Die Grundlagen hierfür lieferten unter anderem aktuelle Wetterdaten kombiniert mit Paläo-Klimadaten aus Sediment- und Eisbohrkernen der vergangenen 120'000 Jahre.

Das Ergebnis dieser Simulation zeigt, dass sich die Gletscher der Alpen öfter ausbreiteten und wieder zurückzogen als bisher angenommen, nämlich bis zu zehn Mal. Bisher waren die Glaziologen davon ausgegangen, dass es vier solcher Vorstösse gegeben hat.

Die Simulation zeigt auch, dass sich sich die Gletscher vor rund 25.000 Jahren am stärksten (sogar bis ins Alpenvorland) ausdehnten - in Deutschland fast bis zum heutigen München. Innerhalb mehrerer Tausend Jahre ging die Kaltzeit in die Warmzeit über, die noch heute vorherrscht.

Ein weiteres Ergebnis der Forschungsarbeit: Während des Höhepunktes der Vereisung muss die Eisdecke deutlich dicker gewesen sein, als man bisher angenommen hat; im Falle des oberen Rhonetals zum Beispiel um erstaunliche 800 Meter.

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