Der 27-jährige Alpinist und Trailrunner konnte eine Bestzeit über den "Berchtesgadener Weg" aufstellen.

Die Watzmann-Ostwand gilt mit einer Wandhöhe von 1800 Metern als die größte Felswand der Ostalpen. Ihre Durchsteigung ist noch immer die Paradetour am Watzmann, und bleibt trotz moderater Kletterschwierigkeiten eine äußerst ernste Angelegenheit. Seit ihrer Erstdurchsteigung im Jahr 1881 haben mehr als 100 Menschen diese Herausforderung mit dem Leben bezahlt.

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Für die gut 3000 Klettermeter, die beim "Berchtesgadener Weg" zu absolvieren sind, benötigen manche Aspiranten auch schon einmal 14 Stunden und mehr.

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1988 konnte Albert Hirschbichler in dieser Route einen neuen Fabelrekord aufstellen, der 27 Jahre lang nicht unterboten werden konnte. In nur 2 Stunden und 10 Minuten "rannte" der gebürtige Bad Reichenhaller damals von St. Bartholomä durch die Ostwand zur Südspitze.

Erst 2015 gelang es zwei "jungen Wilden" die Bestmarke von Hirschbichler um rund sieben Minuten zu unterbieten. Zusammen mit Martin Schidlowski schraubte Philipp Reiter vor drei Jahren die Zeit auf 2 Stunden, 2 Minuten und 53 Sekunden.

Reiter konnte jetzt sogar noch einen draufsetzen: Als der 27-jährige Oberbayer am 12. Oktober nach seinem Solo über den "Berchtesgadener Weg" den Gipfel der Südspitze (2712m) erreichte, blieb die Uhr bei 1 Stunde 52 Minuten und 55 Sekunden stehen. 

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10 Kommentare

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etna

@dreamingof8a
Dein Kommentar verwundert mich.
Ich habe mir nun noch einmal alle Meinungen durchgelesen (und ,ja genau, es sind nur persönliche Meinungen von Einzelnen) und kann deine Äusserungen nicht verstehen. Die meisten respektieren und würdigen die in dem Artikel beschriebene sportliche Leistung. Schlecht gemacht wird sie nicht, Kritik gibt es nur für die öffentliche Vermarktung.
Den Begriff "geldgeiler Angeber" kann ich im Übrigen nicht finden. Es ist völlig korrekt wenn in unserer Gesellschaft Menschen ihre Meinung zum Geschehen abgeben dürfen.
Diese Menschen als "Möchtegernweltbestimmer" zu bezeichnen ist sehr unhöflich, ja fast beleidigend.
Ganz klar zu erkennen ist, dass die momentane Entwicklung des Alpinismus hin zu Rekordjagden von den meisten Bergsteigern nicht mitgetragen wird. Hermann Buhl hat die Watzmann-Ostwand allein in einer Winternacht durchstiegen, das ist ALPINISMUS!
Beim Thema Sicherheit haben Sportler mit Geschwindigkeitsrekorden leider auch keine Vorbildfunktion.

dreamingof8a

Wieso müssen solche Leistungen immer gleich wieder von Möchtegernweltbestimmern schlecht geredet werden? Jeder hat seine eigene Motivation, warum er/sie einen Berg in einer gewissen Art und Weise besteigt. Und wenn eine "normale" Besteigung eben keine Herausforderung mehr darstellt, warum dann nicht möglichst schnell? Oder als Enchainement? Oder sich sonst wie weitere Herausforderungen schaffen? Meinetwegen auch mit verbundenen Augen.
Ob jeder der hier kommentiert, den Herren persönlich kennt, um sagen zu können, dass er ein Geldgeiler Angeber ist? Oder vielleicht macht es ihm ja sogar ein bisschen Spaß? Schon mal daran gedacht?
Aber nein, was mir nicht gefällt und was ich nicht kann soll gefälligst niemandem anderen erlaubt werden.

Unglaublich.

Ich finde es beeindruckend, was solche Leute für Leistungen vollbringen.

Und nein Ueli Steck ist nicht unbedingt wegen seiner Gewschwindigkeit gestorben. Das weiß kein Mensch. Ein Steigeisen kann einem auch mal bei ner gemütlichen Tour wegrutschen. Ich bin überzeugt, dass der gute Ueli bei den meisten seiner Begehungen noch weitaus sicherer unterwegs war, als die allermeisten "Normalbergsteiger".

OldieGerd

Wozu das Ganze?
Die Watzmannostwand war im Rückblick mein schönstes Bergerlebnis Bin im Spätherbst 1979 (war gerade 30 geworden) mit dem Motorrad angereist, kam wegen dichtem Nebel verspätet an und bin alleine gegen 12 Uhr in Bartholomä aufgebrochen mit der Option auf der Biwakschachtel zu übernachten. War dann zu meiner großen Überraschung trotz Neuschnee in der Gipfelschlucht nach 5 Std. am Gipfel. Ich hatte Schlafsack und Kocher dabei und gönnte ich mir ein wunderschönes Komfortbiwak unterm Sternenhimmel und ein Frühstück überm Nebelmeer. Einen Rekord aufzustellen wäre mir nie in den Sinn gekommen.
Für Profis, die sich vermarkten müssen, gibt die Rekordjagd vielleicht noch einen Sinn, aber die Watzmannostwand wird da nicht viel einbringen....

woifi

Sicherlich eine tolle persönliche Leitung. Imponiert mir aber überhaupt nicht, einfach nur Angeberei. Soll er gerne machen, aber ohne alles in den Medien breitzutreten.

Ramse

Ich kann nur warnen, habe es in einer anderen Sportart gemacht

Manuel

Alpinismus am Ende oder doch einfach eine neue Art oder Sparte ?

Beeindruckend ist das ohne Zweifel.
Wobei ich doch eher den puren Alpinismus in seiner ursprünglichen Art mag.

Da gab es im Winter zwei unerschrockene Bergsteiger (Ines papert und Luka Lindlic) die alle Watzmann-Familienangehörigen überschritten haben und damit eine schöne anstrengende Traverse begangen haben. Das war ne geile Aktion.

Leicht und mit genügend Kenntnis kann die Ostwand jeder gute fitte Bergsteiger schnell begehen, aber wozu? Letztlich führt dieser Druck dazu das gute Menschen wie ueli Steck dann irgendwann abstürzen (meine
Meinung)

Nose

Was ist der Berg mehr, als nur noch ein Sportgerät an dem ich meine Kür vollbringen und die anderen mich dabei bewundern dürfen? Stell dir vor da ist ein Berg und du besteigst ihn in irgendeiner Zeit und niemand bekommt davon was mit, auch im Nachhinein nicht. Gehst du da überhaupt noch vor die Tür? Stell dir vor du besteigst einen Berg total schnell oder total langsam - o.k., und jetzt?

der geniesser

@etna
sie müssen unterscheiden es gibt viele gründe auf einen berg zu steigen. In solchen fällen gehts nur ums geld, ist doch klar. Wer mit den bergen geld oder ruhm erlangen will muss sich an rekorde richten. Wer aber die berge geniessen will braucht das alles nicht, bekommt aber auch kein geld dafur.
jedem das seine, ich werde weiterhin geniessen.

olliS.

Gratuliere ! Ganz ehrlich. Aber, wann läuft denn endlich einer mal die Eigernordwand hoch, ganz leicht bekleidet und mit laufschlappen - müsst doch eigentlich auch gehen bzw. laufen. olli Schneider

etna

Langweilig!
Diese ganze Rekordjagerei nervt mich gewaltig. Bestmarke am Matterhorn, Mont Blanc, neuer Rekord in der Watzmann-Ostwand usw. Sportlich ist das vielleicht beeindruckend, alpinistisch nicht. Wo bleibt der Genuss des Kletterns und Aufsteigens? Das großartige Gefühl in einer fantastischen Tour unterwegs zu sein?
Natürlich kann jeder für sich entscheiden schnell zu gehen, dagegen gibt es nicht einzuwenden, doch warum die mediale Effekthascherei?
Außerdem verharmlosen solche Meldungen die Ernsthaftigkeit einiger Touren.
Ich habe die Wand vor 2 Jahren in einer völlig normalen Zeit mit meinem 65jährigen Vater durchstiegen und hatte ein wunderbares Vater-Sohn-Bergerlebnis.
Wer schneller wieder unten ist, hat leider weniger vom Berg.