Die französische Alpinistin stellt einen neuen Besteigungs-Rekord bei den Frauen auf.

"Als ich mit meinem Projekt begann, war ich nicht wirklich sicher, ob ich das schaffen würde. Als ich die Namen der 82 Berge aufschrieb, dachte ich: Das ist vielleicht wirklich zu anspruchsvoll. Werde ich das schaffen? Da hatte ich wirklich sehr große Zweifel", so Liv Sansoz über ihr Vorhaben, alle 82 Viertausender in den Alpen besteigen zu wollen.

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Unterwegs am Zinalrothhorn: Liv Sansoz.

| © www.facebook.com/LivSansoz

Die Bedenken der ehemaligen Weltklasse-Sportkletterin sollten sich im Nachhinein als unbegründet herausstellen. Denn vier Wochen nach Start des Projekts hatte die Französin bereits 37 Viertausender-Gipfel in der Tasche. In diesem Tempo ging es zunächst weiter, bis die 41-Jährige durch einen Unfall am Aletschhorn (4193m) gebremst wurde: 

"Die Brücke über der Gletscherspalte brach unter mir zusammen, ich bin dann da reingerutscht und habe mir das Knie verletzt. Es war sehr kalt an diesem Tag, minus 20 Grad Celsius und eisiger Wind aus dem Norden. Wir warteten eine ganze Weile auf unsere Rettung und im Krankenhaus stellte ich fest, dass ich auch zwei erforerene Zehen hatte", so Sansoz über den Zwischenfall.

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Video: Liv Sansoz und ihr Viertausender-Projekt.

Vom selbstgesteckten Ziel, alle 82 Berge der Alpen über 4000 Meter innerhalb von nur 12 Monaten zu besteigen, musste sich die zweimalige Sportkletter-Weltmeisterin daraufhin verabschieden. 

Als Sansoz ihr Projekt im September 2018 mit der Besteigung von Aiguille Blanche de Peuterey und Grand Pilier d’Angle beenden konnte, "sprang" - trotz der Verletzungspause - ein neuer Besteigungsrekord bei den Frauen heraus. Unter dem Strich benötigte die ehemalige Basejumperin anderthalb Jahre (oder 80 Tagestouren) , um die Viertausender-Sammlung erfolgreich zu komplettieren. 

Bei den Männern hält immer noch der im April 2017 am Nuptse tödlich verunglückte Spitzenalpinist Ueli Steck den Rekord - vorausgesetzt, man möchte sein "82Summits"-Projekt, das ihn im Sommer 2015 in 62 Tagen auf alle 82 Viertausendergipfel führte, als Solounternehmen werten. Allerdings wurde der Schweizer bei mehreren Besteigungen von anderen Bergsteigern begleitet, unter anderem von Michi Wohlleben

Insofern gebührt der Spitzenplatz unzweifelhaft den beiden Italienern Franco Nicolini und Diego Giovanni, die die Viertausender-Liste 2008 in 60 Tagen abhaken konnten.

Fotogalerie: Die Österreichische Alpinistin Marlies Czerny stellt Euch ihre persönliche Viertausender Top-Ten vor.

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2 Kommentare

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alpin.de

Hallo ..., vielen Dank für Deine Anmerkung! Nicolini und Giovannini waren in der Tat zwei Tage schneller als Steck. Allerdings meisterte Steck einen Großteil der Besteigungen solo, während die beiden Italiener auf allen 82 Viertausendern als Zweierseilschaft unterwegs waren.

...

Stimmt nicht ganz. Bei den Herren war nicht Ueli Steck der Schnellste. Er schrieb auf seiner Homepage:

Alle 4000er der Alpen
Es war die Idee von Patrick Berhault und Philippe Magnin 2004 alle 4000 er der Alpen innerhalb 3 Monate zu besteigen. Zu Fuss mit Skis oder mit dem Velo. Am 1. März 2004 sind die beiden gestartet. Am 28. April am 67. Gipfel verunglückte Patrick am Täschhorn tödlich. Patrick stürzt mit eine Wächte in die Tiefe. Miha Valic gelang das Projekt als erster in 102 Tagen 2007. 2008 folgten der Idee Franco Nicolini und Diego Giovannini und traversierten die ganzen 4000er in 60 Tagen.