Für den aktuellen Gletscherbericht hat der Messdienst des Österreichischen Alpenvereins (ÖAV) 83 Gletscher im ganzen Land vermessen und dabei einen durchschnittlichen Rückgang von 25,2 Metern ermittelt. Der höchste Gletscherrückgang seit dem Jahr 1960.

Auch in der Messperiode 2016/2017 setzt sich der seit den 90er Jahren andauernde Gletscherrückgang fort. Das belegen die Zahlen aus dem aktuellen Gletscherbericht des ÖAV. 

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Nur ein einziger der 83 vermessenen Gletscher wies im Beobachtungszeitraum keinen Längenverlust auf: Das Simonykees in der Venedigergruppe in Osttirol zog sich im Vergleich zum Vorjahr nicht zurück.

2016 lag der durchschnittliche Rückgang noch bei -14,2 Metern, das Mittel der letzten zehn Jahre betrug -16,5 Meter. Die nun gemessenen -25,2 Meter liegen also deutlich über den Messdaten der letzten Jahre. Die Zunge des Gepatschferners in den Ötztaler Alpen ist sogar um 125 Meter zurückgeschmolzen, der höchste gemessene Rückzug.

Der Gepatschferner im Jahre 2010.

| © Noggler, ÖAV
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Der Gepatschferner im Jahre 2017.

| © Noggler, ÖAV

Für die Gletscherrückgänge verantwortlich ist laut Experten primär der überdurchschnittlich warme Sommer im Jahr 2017. Auch der außergewöhnlich warme und schneearme Winter 2016/17 war für den Fortbestand der Gletscher nicht förderlich. „Seit den 1990er Jahren sind die Bedingungen für unsere Gletscher sehr ungünstig – das aktuelle Gletscherhaushaltsjahr fügt sich hier nahtlos ein“, erklären Gerhard Karl Lieb und Andreas Kellerer-Pirklbauer, neue Leiter des ÖAV-Gletschermessdienstes.

Insgesamt waren für den aktuellen Bericht 22 Beobachter mit 70 Begleitern von August bis Oktober 2017 ehrenamtlich im Einsatz. Neben Längenmessungen wurden Fließgeschwindigkeiten und Oberflächenhöhen erfasst. 18 Berichte hat das Team schließlich für den Gletscherbericht ausgewertet und analysiert.

Gletschermesser bei der Arbeit an der Burgstalllinie, einem der Querprofile über die Pasterze.

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