Polnisch-Kasachischer Höhenbergsteiger mit Alleingang.

+++ Meldung vom 26.02. +++

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Ein polnisches Expeditionsteam unter Leitung von Krzysztof Wielicki befindet sich derzeit am K2. Ziel der Expedition: Die erste Winterbesteigung des zweithöchsten Bergs der Welt. Der 8611 Meter hohe Berg ist der einzige 8.000er, der bislang noch nicht im Winter bestiegen werden konnte.

Die Expedition verlief nicht reibungslos, immer wieder gab es Rückschläge. Zwischenzeitlich waren Mitglieder des Teams - unter ihnen der bekannte Höhenbergsteiger Denis Urubko, der bereits alle 14 Achttausender ohne künstlichen Sauerstoff bestiegen hat - hinüber zum Nanga Parbat geeilt, wo sie halfen, das Leben der französischen Bergsteigerin Elisabeth Revol zu retten

Nun wurde die Zeit eng. Um sicher als Winterbesteigung anerkannt zu werden, muss der Gipfel noch im Februar erreicht werden. 

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Solo am K2: Denis Urubko.

| © Imago

Offensichtlich gab es über das weitere Vorgehen innerhalb des Teams Diskussionen. Die Expeditionsleitung präferierte einen Gipfelversuch Anfang März. Urubko dagegen drängte auf einen früheren Gipfelversuch.

Nachdem er sich nicht durchsetzen konnte startete er ohne Absprache einen unauthorisierten Solo-Versuch, bei dem er auch kein Funkgerät mit sich führte. 

Dieses Tweet konnte man am 24. Februar von Michal Leksinski lesen, dem Sprecher der polnischen Winter-Expedition am K2:

Michal Leksinski wurde auch von der BBC zu dem Vorgang befragt. Hier das Interview:

Der 44-jährige Urubko hat inzwischen Leksinskis Twitter-Account zu Folge den Gipfelversuch, den manche als "selbstmörderisch" bezeichneten, abgebrochen und ist wieder auf dem Weg nach unten nachdem er sich zwischenzeitlich mindestens auf Höhe von Camp 3 in 7.200 Metern Höhe befunden hatte. 

Die anderen Teammitglieder bereiten derweil weiter einen Gipfelversuch vor. 

Denis Urubko hat im Winter 2011 mit Simone Moro und Cory Richards als Erster den Gasherbrum II und mit Moro 2009 auch den Makalu bestiegen. Ein Mal ist er im Winter bereits am K2 gescheitert.

+++ Update 27.02. +++

Laut dpa haben böige Winde Denis Urubko zur Aufgabe gezwungen. Zitiert wird Asghar Ali Porik, der die Expedition mitorganisiert. Porik zu Folge ist Urubko "in guter Verfassung". 

Der Sprecher der Expedition hat am 26. Februar bekannt gegeben, dass Urubko das Expeditionsteam verlassen hat:

Urubkos Entscheidung sei vom Expeditonsteam akzeptiert worden, das nach dessen einsamer Entscheidung keine Möglichkeit der weiteren Kooperation sah.

Expeditionsleiter Krzysztof Wielicki sagte im Satellitentelefon-Interview dem Magazin "National Geographic": "Denis denkt, es gehe nur um ihn, aber das stimmt nicht. Wenn etwas schief geht, müssen wir natürlich versuchen, ihn zu retten. Was Denis tut, ist sehr egoistisch." 

+++ Update 28.02. +++

Denis Urubko hat inzwischen mit einem Träger auch das Basecamp verlassen. 

Das Verhältnis zum Expeditionsleiter Wielicki scheint zerrüttet. Dieser lies via Twitter verlauten:

"The information appearing on the web that I did not let Denis, after his solo summit push attempt, using the wifi in base camp is true, because Denis sent critical information about our expedition and its participants to the media and I did not see a reason for him to continue this. It is not true, however, that I prevented Denis from contacting the family and loved ones. He received the possibility of telephone calls (for free), which he used. I personally notified Denis's return to the base of his wife, Olga, receiving the full help of the organizer in descent to Skardu, care of our Agent and all air tickets on the way back."

Medienberichten zu Folge, habe Urubko sich nicht für seinen Solo-Gang entschuldigt, bei dem er eigenen Angaben zu Folge eine Höhe von 7.600 Metern erreicht habe. Stattdessen habe er betont, dass er nicht zu bereuen habe.

Die Gipfel-Bemühungen der verbliebenen Expeditionsmitglieder sind aktuell wegen der widrigen Bedingungen am Berg für zwei bis drei Tage auf Eis gelegt. 

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